Peter Parker als grüner Junge und großer Held

Kino: "Spiderman - Homecoming"

Man konnte meinen, die Superhelden-Filme steckten in einer Sackgasse. Monströse Materialschlachten, gigantische Gegner, die immer gleichen Szenarien vom Weltuntergang, oft projiziert in kosmische Zusammenhänge. Schwerfälliges Blockbuster-Getöse. Wo ist die Leichtigkeit?

11.07.2017, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Peter Parker als grüner Junge und großer Held

Der 21-jährige Tom Holland spielt „Spiderman“ Peter Parker und geht dabei durchaus noch als Teenager durch.

Mit John Watts' "Spiderman - Homecoming" kehrt sie zurück. Sein Peter Parker ist kein verkniffener Krieger, der unter seiner Verantwortung ächzt, sondern ein grüner Junge, der sich über den Kampfanzug freut wie Kinder über Weihnachtspräsente. Juhu, ich bin Spiderman!

Gespielt wird Parker vom 21-jährigen Briten Tom Holland ("Die versunkene Stadt Z"), der durchaus als ein Teenager durchgeht. Für einen schüchternen Bubi, dem das Herz in die Hose fällt, wenn er auf dem Flur der Schule seiner Angebeteten begegnet. Vor Verlegenheit kann unser Held nur stammeln, als er mit Liz (Laura Harrier) ins Gespräch kommt.

Idole Captain America und Iron Man

Ein ganz normaler Junge, jedenfalls fast. In "The First Avenger: Civil War" hatte er einen Gastauftritt, wo er seine Spinnenkraft zur Unterstützung der Kollegen einsetzte. Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey jr.) und Captain America sind Parkers Idole, als kleiner Fan blickt er voll Bewunderung zu den Großen auf.

Spiderman ist die kindlich verspielte, unbekümmerte Figur in Marvels Heldenriege, ein Schuljunge, der seinen Platz im Leben sucht. Mit ihm kann der junge Leser sich identifizieren, weil er mit Parker dieselbe Welt teilt - die Straßen New Yorks, Schule, Pubertät.

Aus der Normalverbraucher-Perspektive generiert "Homecoming" seine erzählerische Frische und seinen Witz. Zu gut 60 Prozent ist der Film nämlich eine Komödie nahe am Highschool-Schwank, eher ungewöhnlich im Superheldenfach.

Von Mathe-Olympiade bis Todesstern

Parker drückt die Schulbank, sein Kumpel verkündet die Sensation, er habe den Todesstern aus "Star Wars" zusammengebaut, Klassenkameraden fahren zur Mathe-Olympiade. Geht es noch alltäglicher? Peter aber will sich beweisen, wurde er doch von Tony Stark ins Programm für Nachwuchshelden aufgenommen. Er muss leider damit vorlieb nehmen, Fahrraddiebe zu stellen und Omas über die Straße zu helfen.

Bis ihm doch ein Gegner erwächst, kein galaktischer Erzschurke, ein Schrotthändler! Vulture (Michael Keaton) verhökert Alien-Technologie und -Waffen, Peter will ihm das Geschäft vermasseln.

Die Actionszenen sind makellos, die Komik funktioniert, der Film ist ein kurzweiliges Vergnügen. Mit einem Hauptdarsteller, der als Held von nebenan viele Sympathiepunkte kassiert.

In den USA ist „Spiderman“ an die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts geklettert. In den USA und Kanada hat der Film bereits rund 117 Millionen Dollar eingespielt. Das sei der drittbeste Start eines Kinofilms in diesem Jahr, heißt es. Auf dem zweiten Platz folgt „Ich – Einfach unverbesserlich“, dahinter der Actionfilm „Baby Driver“. In Deutschland startet der Actionfilm am Donnerstag.