Pfarrer wurde nach Missbrauch im Jahr 1984 nach Heiden versetzt – Kommission ermittelt

rnSexueller Missbrauch

Ein katholischer Geistlicher, der 1984 in der Heidener Gemeinde St. Georg tätig war, hat sich in den Jahren zuvor an einem anderen Einsatzort des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht.

von Peter Berger

Heiden

, 13.01.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

1984 kam ein katholischer Geistlicher in die Heidener Gemeinde St. Georg. Er hatte sich in den Jahren zuvor an einem anderen Einsatzort des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht. Das gab Pfarrer Benedikt Ende am Wochenende in den Gottesdiensten bekannt. Hinweise auf Missbrauch in der Heidener Gemeinde lägen dem Bistum sowie der Pfarrgemeinde – „Stand heute“, so Pfarrer Ende – nicht vor.

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Er habe in den Gottesdiensten in betroffene Gesichter geblickt, sagte der Seelsorger gegenüber der Redaktion. „Es war mucksmäuschenstill in der Kirche.“ An den Geistlichen habe sich zunächst niemand erinnern können. Wie lange genau der Mann 1984 in Heiden war, könne er nicht sagen. Die Personalakte würde von der Historiker-Kommission der Uni Münster unter die Lupe genommen.

Wie die Nordwest-Zeitung in Oldenburg im vergangenen Jahr mehrfach berichtete, hatte sich der Pfarrer namens Helmut Behrens ( verstorben 2016) in der Gemeinde in Neuscharrel (Landkreis Cloppenburg) in den 1980er-Jahren an zumindest zwei Jungen sexuell vergangen. Ein Opfer wandte sich 2018 an Bischof Felix Genn. Der Sachverhalt sei dem Bistum „seit Jahren“ bekannt, so Ende weiter.

Opfer schrieb Brief an Bischof

Als die Vorwürfe im Frühjahr 1983 in Neuscharrel ruchbar wurden, ist der Mann laut Nordwest-Zeitung von einem Tag auf den anderen aus der Gemeinde verschwunden und offenbar auf Geheiß des damaligen Weihbischofs Max Georg Freiherr von Twickel in ein Kloster in Dinklage gebracht worden.

Auf diese Zwischenstation folgte ein sechsmonatiger Klinik-Aufenthalt. Danach war Behrens erneut als Seelsorger tätig, zunächst in Oelde-Stromberg, dann – 1984 – in Heiden. 1986 wurde Behrens in den Laienstand versetzt. Den Antrag stellte er selbst – wie freiwillig, lasse sich nicht mehr rekonstruieren, schreibt die Nordwest-Zeitung.

Historiker-Kommission wird sich äußern

Die Historiker-Kommission werde sich in den nächsten Wochen zu dem Fall äußern, kündigte Pfarrer Ende an. Die Pfarrei St. Georg sei vom Bistum Münster am 9. Januar durch eine Mail des Interventionsbeauftragten Peter Frings auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht worden, erklärte Ende. „Sollte es auch in unserer Gemeinde von Missbrauch betroffene Menschen geben, dann können sich diese bei den Ansprechpersonen des Bistums melden“, sagte Ende.

Auch das Seelsorgeteam der Gemeinde stehe zum Gespräch zur Verfügung und vermittele den Kontakt zum Bistum Münster. Meldungen an die Historikerkommission seien „ausdrücklich erwünscht“, so Ende.

Weitere Informationen gibt es auf einer eigenen Internetseite des Bistums.

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