Pflegebereich isoliert: 11 Corona-Infizierte im City-Wohnpark Gronau

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Keine guten Nachrichten kommen aus dem City-Wohnpark Gronau. Elf Personen (Stand 2. April) sind mit dem Corona-Virus infiziert. Eine echte Herausforderung für Pfleger und Bewohner.

von Klaus Wiedau

Gronau

, 03.04.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hiobsbotschaft aus dem Testlabor: Im City-Wohnpark Gronau haben sich – Stand Donnerstag 18 Uhr – insgesamt elf Personen (sechs Bewohner, fünf Mitarbeiter) mit dem Corona-Virus infiziert. Am Dienstagabend waren es noch zwei Fälle. Jetzt der deutliche Anstieg.

Die aktuelle Zahl an bestätigten Corona-Fällen teilte die Caritas-Senioren-Einrichtung am Donnerstagabend (2. April) selbst mit. 14 Bewohner und 12 Mitarbeiter seien negativ getestet worden. Vier Mitarbeiter zeigen aktuell grippeähnliche Symptome. „Der komplette Pflegebereich ist isoliert“, stellt Matthias Wittland, Vorstandsmitglied des Caritasverbandes im Dekanat Ahaus-Vreden klar.

Das Betreute Wohnen soll nicht betroffen sein

Wichtig sei in diesem Zusammenhang aber der Hinweis, dass dies nicht das

Betreute Wohnen auf der Etage über dem Pflegebereich im Gebäudekomplex an der Neustraße betreffe. Wittland: „Die dort in Wohnungen lebenden Senioren werden nicht durch das Pflegepersonal der Einrichtung, sondern durch den ambulanten Pflegedienst betreut und versorgt.“

„Für die weiteren Maßnahmen im Pflegebereich sind wir in enger Abstimmung mit dem Kreis“, so Wittland weiter. Ein entsprechender Katalog soll bis Freitag (3. März) vorliegen. Für den Caritasverband planen Matthias Wittland und Uwe Bröcker (Fachbereichsleiter Pflege) sowie die Leiterin des City-Wohnparks, Maria Rengers, aktuell die räumliche Trennung der infizierten Bewohner von den negativ getesteten Personen im Pflegebereich. Diese sollen dann jeweils durch feste Mitarbeiterteams versorgt werden, um eine weitere Ausbreitung, zu verhindern.

Die Angehörigen wurden direkt informiert

„Die Angehörigen der Bewohner wurden direkt abends telefonisch durch uns informiert“, erklärt Matthias Wittland weitere Schritte, die bereits erfolgt seien. In der Regel hätten diese sehr verständnisvoll reagiert. „Selbstverständlich wird hier der Kontakt weiter aufrechterhalten und die Angehörigen erfahren auch die Ergebnisse der Testung.“ Der Kreis, so Wittland, werde zudem die Testungen in einer, sowie in zwei Wochen wiederholen.

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Ob geklärt werden kann, wie die Infektion in die Einrichtung – für die seit dem 13. März ein Betretungsverbot gilt – gelangte, ist nach Angaben der Einrichtung derzeit unklar. Matthias Wittland: „Bei den positiv bestätigten Fällen – sowohl bei Mitarbeitern als auch bei den Bewohnern – gibt es Fälle, die keinerlei Symptome zeigen beziehugsweise bei denen die Symptome bereits im Abklingen sind.“ Das lasse die Vermutung zu, das die Infektion bereits vor dem 13. März erfolgt sein könnte.

Die Symptome sollen im „normalen Bereich“ liegen

Die ersten beiden Coronainfektionen – bei einer über 80 Jahre alten Bewohnerin und einer Mitarbeiterin aus dem Pflegebereich – waren am Dienstag (31. März) bekannt geworden. Zudem zeigten auch an jenem Tag bereits Bewohner Grippesymptome. „Die haben sich seit Dienstag nicht akut verschlechtert“, so Wittland.


„Zum Glück liegen auch bei den anderen Betroffenen die Symptome im normalen Bereich. „Hätten wir keine Corona-Krise, würden wir von einem normalen Grippeverlauf sprechen.“ Alle positiv getesteten Bewohner sind nach seinen Angaben etwa 80 Jahre alt oder älter.

Die infizierten Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Isolation

Die infizierten Mitarbeiter befinden sich laut Wittland aktuell mit ihren Familien in häuslicher Isolation. Ob es für sie weitergehende Maßnahmen geben wird, soll in Abstimmung mit dem Kreis Borken entschieden werden.

Noch am Dienstagabend waren vor dem Hintergrund der ersten beiden Fälle insgesamt 62 Bewohner und Mitarbeiter in der Einrichtung einem Corona-Test unterzogen worden. Jetzt sollen auch alle anderen Mitarbeiter getestet werden. Unmittelbar seien am Dienstag auch die Mitarbeiter mit Schutzkleidung und Masken ausgerüstet worden.

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Deren Beschaffung für einen längeren Versorgungszeitraum gestalte sich allerdings schwierig, wie betont wird. Der Kreis habe für die kommenden Tage Masken und Desinfektionsmittel bereitgestellt. Aber auch von anderen Einrichtungen – etwa einem befreundetet Caritasverband, dem Deutsche Roten Kreuz, der Landwirtschaftskammer, Geschäftsleuten und weiteren Spendern – sei bisher Hilfe gekommen.

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