Philharmoniker starten mit Gesten-Feuerwerk in die Saison

Dortmunder Philharmonie

Die Dortmunder Philharmoniker sind mit viel Enthusiasmus in ihre neue Spielzeit getanzt. - Mit einer Entdeckung im ersten Philharmonischen Konzert am Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus, den Auszügen aus der nahezu unbekannten Couperin-Suite von Strauss. Und außerdem Beethovens "Apotheose des Tanzes", der siebten Sinfonie.

DORTMUND

von Von Julia Gaß

, 14.09.2011, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Konzertmeister Alexander Prushinsykiy.

Konzertmeister Alexander Prushinsykiy.

Das Konzert machte auch deutlich, wie Jac van Steen die neue Saison programmiert hat: Neues entdecken aus Romantik und Moderne, mit einem Beethoven-Schwerpunkt.

Dazwischen stellte sich der nicht mehr ganz so neue Konzertmeister Alexander Prushinskiy, der seit 2009 am ersten Pult der ersten Geigen sitzt, als Solist in Lutoslawskis "Chain 2" vor. Technisch souverän beherrschte der 30-jährige Russe das 1985 von Anne-Sophie Mutter uraufgeführte Violinkonzert des Polen.Raum für Fantasien und Kapriolen Mit nicht allzu großem, aber kultiviertem Ton schuf er sich Raum für Fantasien und rhythmische Kapriolen. In seinen Orchesterkollegen hatte er besonders aufmerksame Begleiter, die den Solisten aus den eigenen Reihen auf Händen trugen. Viel Sorgfalt ließ Prushinskiy walten, manchmal hätte man sich mehr Biss und Dominanz über das Orchester gewünscht. Mit seiner Bach-Zugabe zeigte der Konzertmeister, was für einen schönen Ton er hat.Farbige Tanzsätze der Strauss-Suite Besonders differenziert, vor allem im dynamischen Bereich, ließ van Steen an diesem Abend musizieren. Barocke Transparenz hatten die sehr farbigen Tanzsätze aus der Strauss-Suite, in denen die Bläser glänzten. - Mehr als in der Beethoven-Sinfonie. Die war leidenschaftlich dirigiert, klang im zweiten Satz ausladend, wie mit einem Brahms-Gen infiziert. Und im Finale zündete Jac van Steen dann ein Gesten Feuerwerk, stachelte seine Musiker an, putsche sie auf zu wilden, mitreißenden Klängen. - Ein Werk ganz nach dem Geschmack des Publikums.