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Philipp Dittberner: Wolke 7 ist schon gut

Interview

Philipp Dittberner, 25 Jahre, wird seit Beginn des Jahres als der nächste deutsche Popstar gehandelt. Sein Song "Wolke 4" läuft bei den Radiosendern rauf und runter. Und sein Konzert am Ende des Monats im FZW ist bereits ausverkauft. Wir haben mit dem Berliner gesprochen.

DORTMUND

, 19.09.2015 / Lesedauer: 4 min
Philipp Dittberner: Wolke 7 ist schon gut

Der 25-jährige Sänger Philipp Dittberner hat mit seinem Song "Wolke 4" einen Ohrwurm geschaffen. Am Freitag (18.9.) erscheint sein Debüt-Album - und am 28. September (Montag) tritt er im FZW auf. Das Konzert ist ausverkauft.

Was war die überraschendste Reaktion, die Sie auf „Wolke 4“ bekommen haben? 

Niemand hat auf mich gewartet. Ich habe das Lied zu Hause alleine in meiner Ein-Zimmer-Bude produziert. Und trotzdem kam so ein Erfolg. Das ist die Reaktion, die ich nicht erwartet habe. Manche lehnen den Song ab, manche heiraten dazu.

Es gibt Leute, die dazu geheiratet haben? 

Ja, tatsächlich. Und nicht allzu wenige. Dass es eine Hochzeitshymne wird, hätte ich auch nicht gedacht.

Was glauben Sie, warum der Song so viele anspricht? 

Er trägt einen gewissen Realismus: trotz Alltag und Fehlern noch Liebe und Glück zu empfinden. Und die Leute reden drüber. Das ist nicht so üblich bei Popmusik, die im Radio an einem vorbei läuft.

Man kann „Wolke 4“ auch als Aufruf zum Mittelmaß verstehen, dazu, sich zu schnell zufriedenzugeben... 

Vielleicht auch gerade nicht. Vielleicht ist es der Aufruf, sich der Aufgabe zu stellen, sich mit Fehlern zu arrangieren. Im Leben wird nie alles perfekt laufen. Manche rennen weg, wenn es schwierig wird. 

Haben Sie schlechte Erfahrungen mit Wolke 7 gemacht? 

Ich bin ja noch jung. Wolke 7 ist schon gut. Es ist jetzt nicht so, dass ich meine Lebenseinstellung der Wolke 4 widme und nur darauf pole. 

Es ist ja auch nur ein Song... 

Ja. Aber so mancher sieht da mehr drin als ich.

Wie haben Sie reagiert, als Sie das Lied das erste Mal im Radio gehört haben? 

Ich war aufgeregt. Ein Kumpel von mir hat angerufen, ich saß im Auto und hab’ fast einen Unfall gebaut. Ich hätte einem anderen fast die Vorfahrt genommen, der hat mich ordentlich zur Sau gemacht. Ich hab nur wie ein Volldepp gegrinst. Mir war es egal. Mein Lied lief im Radio.

Sie haben für „Wolke 4“ mit DJ Marv nur über das Internet zusammengearbeitet. Wie hat das geklappt? 

Wir haben es musikalische Fernbeziehung getauft. Es war gut, dass wir unsere Freiräume hatten. Es funktioniert sicher nicht immer. Da muss menschlich schon viel passen.

Und wann haben Sie sich persönlich kennengelernt? 

Als wir ein paar Angebote auf dem Tisch hatten und mal überlegt haben, was wir jetzt tun. Da hab ich gesagt, ich komm mal nach Hannover und wir gehen einen trinken. Wir kannten uns zwar nicht persönlich, waren uns aber trotzdem vertraut.

Ihr Konzert in Dortmund ist ausverkauft, obwohl Ihr Debütalbum noch gar nicht veröffentlicht ist... 

Stimmt, die Leute wissen ja gar nicht, was passiert. Ich komme mit Band. Es ist ganz klassisch Pop-Musik, die wir da machen. Ich war schon im Mai in Dortmund, als Support von Julian Le Play. Das Publikum war super. Daher freue ich mich umso mehr, dass es jetzt so gut ankommt. 

Bei den anderen Songs des Albums verzichten Sie auf den Elektro-Beat... 

Das stimmt. Aber die Art, wie sie geschrieben sind, ist ähnlich. Bei mir geht viel über Text. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Leute nicht nur auf „Wolke 4“ warten.

Haben Sie Bammel, dass Sie von nun an nur an „Wolke 4“ gemessen werden? 

Viele wollen mir etwas von One-Hit-Wonder einreden. „Wolke 4“ ist alleine in meinem Zimmer entstanden. Das hab ich jetzt mit lockerer Bescheidenheit aufgelöst. Wozu sollte ich mir Sorgen machen? Ich mache weiter, wie bislang. Damit bin ich bisher gut gefahren.

Die Ein-Zimmer-Bude in Berlin gibt‘s nicht mehr? 

Aber erst seit zwei Wochen.

Und wo wohnen Sie jetzt? 

Ich hatte gar keine Lust groß umzuziehen. Deshalb bin ich einfach zwei Etagen höher gezogen.

Sie sind ausgebildeter Physiotherapeut. Hilft Ihnen das beim Musikmachen? 

Man ist sehr beliebt (lacht). Es ist nicht immer einfach im Krankenhaus. Wenn man dort drei Jahre arbeitet, lernt man so viele Menschen kennen und nimmt immer etwas mit.

Vermissen Sie Ihren Job? 

Ich vermisse die Zeit. Ich habe da viele Freunde gefunden. Es gibt keine verrücktere Welt als die im Krankenhaus.

Ihr Traum vom Musiker hat sich erfüllt. Gibt es noch etwas, wovon Sie träumen? 

Es wäre schön, wenn es so weiter läuft wie bislang.

Das Konzert am 28. September (Montag) ab 20 Uhr im FZW, Ritterstraße 20, ist ausverkauft.

 

 

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