Phoenix-See-Doku gewinnt Grimme-Preis

Fernseh-Auszeichung

Fünf Jahre lang haben zwei Filmemacher den Prozess begleitet, wie aus einer Industriebrache in Dortmund das Vorzeigeprojekt Phoenix-See wurde. Die daraus entstandene Doku "Göttliche Lage" wird jetzt mit dem Grimme-Preis belohnt. Wir verraten, was der Jury an der Doku besonders gut gefallen hat - und an wen die weiteren Preise gehen.

Dortmund

, 09.03.2016, 12:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ungewöhnlich stark vertretenen Privatsender und einige TV-Serien sind die Sieger bei der Vergabe der Grimme-Preise 2016. RTL gewann eine der renommierten TV-Auszeichnungen für die Spionageproduktion "Deutschland 83". Das ZDF räumte mit "Patong Girl" ab, der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit der Serie "Weissensee".

Preis für "Göttliche Lage"

Die Kategorie Information & Kultur bleibt eine Domäne der Öffentlich-Rechtlichen: Die Langzeit-Doku über den Dortmunder Phoenix-See "Göttliche Lage" (WDR/Arte), "Vom Ordnen der Dinge" (ZDF/Arte) und "Die Folgen der Tat" (WDR/SWR/NDR) bekamen die renommierte Trophäe.

An "Göttliche Lage" arbeiteten die beiden Filmemacher Ulrike Franken und Michael Loeken fünf Jahre lang: Sie dokumentieren den Wandel vom Abriss des alten Stahlwerks bis zum Abschluss der Bauarbeiten an dem Freizeitareal - und zeigen auch, wie im Stadtteil Hörde zwei Welten aufeinanderprallen.

So bewertet die Jury die Doku:

"Göttliche Lage ist ein großartiges Lehrstück, mit wunderbarem Gespür für die sozialen Umbrüche, mit klarem Auge für das, was vor sich geht. Und mit Humor, was bei Dokumentarfilmen eine eher seltene Zuschreibung ist. Der Film lässt uns in jeder Hinsicht – intellektuell wie visuell - begreifen, was Strukturwandel bedeutet."

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In den weiteren Kategorien konnten sich unter anderem Jan Böhmermann und Olli Dittrich über eine Auszeichnung freuen: Der ZDF-Satiriker Böhmermann bekam den Grimme-Preis für seine Satire "Varoufake" im "Neo Magazin Royale".

Olli Dittrich gewann mit der WDR-Produktion "Schorsch Aigner - der Mann, der Franz Beckenbauer war" seinen vierten Grimme-Preis: "Das wichtigste ist, man hält den Ball flach", sagte Dittrich am Mittwoch in Essen. Comedian Carolin Kebekus habe zwar noch "an die Tür geklopft", verriet Jury-Mitglied Hans Hoff, sie ging aber schließlich leer aus.

Preis für "Club der roten Bänder"

In der neu geschaffenen Kategorie Kinder & Jugend gewann der "Club der roten Bänder" (Vox) sowie "Ene Mene Bu" (KiKa). Der zum ersten Mal vergebene Innovationspreis in der Unterhaltung ging an "Streetphilosophy" (RBB/Arte).

Die Vergabe der Preise war reformiert worden, um der digitalen Entwicklung Rechnung zu tragen. Der Preis für das ausschließlich für das Netz produzierte "Marhaba" sei ein Resultat der Reform.

76 Produktionen und besondere Einzelleistungen aus mehr als 800 Einreichungen waren nominiert. Die Auszeichnungen werden am 8. April 2016 im Theater der Stadt Marl verliehen, dem Sitz des Grimme-Instituts.

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Mit dpa