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Phoenix West in Hörde: Der schnelle Pulsschlag des Strukturwandels

HÖRDE 1998 verglühte in Hörde der letzte Hochofen. 2009 holen die Arbeiter auf einer der schnellsten Großbaustellen Europas tief Luft für den Endspurt: Aus Staub und Asche erwächst ein Technologie-Standort, der in diesem Sommer neue Investoren überzeugen soll.

von Von Peter Bandermann

, 12.01.2009
Phoenix West in Hörde: Der schnelle Pulsschlag des Strukturwandels

Die alte Villa neben dem früheren Werkstor an der Hochofenstraße soll im Sommer abgerissen werden.

Die grauen Haare, die ihn zieren, hat Franz Große-Kreul von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) in anderen Projekten bekommen. Aber nicht auf Phoenix-West. Wo die Europäische Union mit einem 137-Millionen-Euro-Zuschuss einen „unverwechselbaren und einzigartigen“ Technologie-Standort entstehen lässt, wie Große-Kreul schwärmt.

Einzigartig ist die Kulisse der rostigen Riesen, also der Hochöfen, einzigartig sind die Wasserkaskaden und einzigartig ist die Natur, die Phoenix-West säumt. Sichtbar ist das alles schon im Sommer 2009. Gestern, bei einem 45-Minuten-Rundgang auf dem Areal, blickte der Projektleiter mit Zuversicht in die Zukunft: Fest glaube er daran, dass das letzte Grundstück nicht erst 2020 vermarktet werde. „Wir schaffen das vorher schon.“ Denn das Interesse an Grundstücksflächen ist groß. Der Trend gehe zur Firmen-„Adressbildung“ an einem attraktiven Standort, der auch bezahlbar ist. Was den Quadratmeterpreis angeht: „Da bewegen wir uns im Dortmunder Mittel“.

2009 ist auch das Jahr der Hochöfen. Spätestens im Sommer schließt die LEG das Mediationsverfahren ab. Wozu ein Mediationsverfahren? „Weil ein Hochofen viel schwieriger zu vermarkten ist als ein Schloss. Wir haben es mit einer alten Maschinerie zu tun“, sagt Große-Kreul über die Vermarktung der Riesen, die in diesem Jahr den Eigentümer wechseln. Vielversprechende Ideen gibt es für den Gasometer. Welche, das sagt der Gartenarchitekt nicht und schreitet mit großen Schritten über einen Landschaftskeil Richtung Südwest. An der Spitze angekommen, zeigt er mit dem ausgestreckten Arm aufs verschneite Grün in der Ferne: „Hier bauen wir bis 2011 eine 350 Meter lange Brücke bis in den Rombergpark.“

Den „Das wird doch nie was“-Pessimismus kann Franz Große-Kreul nicht nachvollziehen. „Wir mussten 3,5 Millionen Kubikmeter Boden bewegen – und Hoesch hat immer gut gebaut“, begründete er gestern den Zeitverzug an der einen oder anderen Stelle. Zudem komme die LEG beim Bauen hier und da der Emschergenossenschaft in die Quere. Letztendlich sei der Zeitplan aber gut getaktet. 2011 über die alte Eliastrasse zum Phoenixsee zu schlendern, das sei dann kein Problem. Was auch an den Arbeitern liege. „Die Baustellen-Atmosphäre ist sehr gut. Alle arbeiten hier mit großer Begeisterung“, sagt der 50-Jährige über die Lust der Leute an den Baumaschinen (die wegen der Schneedecke zurzeit ruhen). 2009 auf Phoenix-West: Das Jahr der sichtbaren Erfolge. Wenn man sie sehen will.

  • Die alte Villa an der Hochofenstraße wird im Sommer 2009 abgerissen. Der Antrag dafür ist bereits gestellt worden.
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