Phoenix-West-Szene will Straßensperren vermeiden

Autotuning-Gruppen

Die "Durchfahrt verboten"-Schilder auf Phoenix-West sind nur der Anfang: Sollten sie die Tuningszene nicht bremsen und für Ruhe auf dem alten Hochofen-Gelände sorgen, will die Stadt Dortmund überlegen, wie sie Straßen sperrt. Szene-Mitglieder haben andere Vorschläge. Kommen die Sperrungen doch, warnen die Tuner vor gefährlichen Verdrängungseffekten.

HÖRDE

, 10.05.2016, 09:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 6. Mai verbieten die Verkehrsschilder zwischen 20 und 6 Uhr die Durchfahrt auf drei Straßen. Betroffen sind die Konrad-Zuse-Straße, die Walter-Bruch-Straße und die Heinz-Nixdorf-Straße. Erreichbar sind diese Strecken über die Hochofenstraße und die Konrad-Adenauer-Allee. Sie führen auf das Gelände, auf dem sich seit drei Jahren mit wachsender Begeisterung die aus mehreren großen und kleinen Gruppen bestehende Motorszene trifft.

Immer wieder Anwohner-Beschwerden

Laut Stadt Dortmund resultierten daraus "deutliche Störungen". Motorenlärm, "überlaute" Musik, Müll und vereinzelt auch Autorennen lösten immer wieder Anwohner-Beschwerden aus. Klagen kommen aus der unmittelbar angrenzenden Hochofenstraße und auch aus der Sckellstraße sowie aus Brünninghausen. Die Facebook-Tuninggruppe Phoenix West Szene' target='_blank' type='' href='https://m.facebook.com/Ph%C3%B6nix-West-Scene-518827521551087/?hc_location=ufi kann die Beschwerden der Anwohner absolut nachvollziehen, bittet die Stadt Dortmund und die Polizei aber darum, im Umgang mit den Besuchern zu differenzieren.

Sommer, Sonne, Spaß

"Es ist unfair, hier alle über einen Kamm zu scheren", sagten Daniela Thomas, Mike Hohls und Maximilian Sokolies am Montagabend (9.5.2016) unserer Redaktion an ihrem Treffpunkt am Eliasbahn-Weg. Die Sackgasse verbindet die frühere Elias-Werksbahn-Trasse, die heute ein Radweg ist, mit Phoenix-West. "Wir wollen Sommer, Sonne und Spaß - und wir räumen unseren Müll weg", stellten sie klar.  

Für Lärm und Müll auf Phoenix-West seien "vielleicht nur fünf Prozent" der Besucher verantwortlich. Die Störer würden sich nach allen Regeln der Kunst daneben benehmen. "Warum sollten alle daran Schuld haben?", fragt die über Facebook kommunizierende Szenegruppe und legt hinterher: "Wie überall gibt es auch hier schwarze Schafe. Wir aber wollen ein Vorbild sein. Und wir wollen nicht wissen, wie es bei denen Zuhause aussieht."

Die drei Gruppensprecher warnen vor einem Verdrängungseffekt: Die Szene werde nicht etwa auf umliegende Städte ausweichen, sondern zum Ostwall wechseln. Auf dem Wall sei eine viel höhere Unfallgefahr. Phoenix-West sei ein idealer Treffpunkt für die Mitglieder der Phoenix-West-Szene ("PWS"), weil das Areal den Mittelpunkt für die in umliegenden Städten wohnenden Fahrer und Beifahrer bilde.

"Hochofenstraße in Sackgasse umwandeln"

Die Forderungen der Anwohner, die Hochofenstraße in eine Sackgasse umzuwandeln, unterstützt die PWS: "Dass die Anwohner unter dem Motorenlärm leiden, ist nachvollziehbar. Wir hoffen, dass mit dem Ende der Bauarbeiten an der Kreuzung Nortkirchenstraße / Konrad-Adenauer-Allee die meisten Autos wieder die Zufahrt im Westen des Areals nehmen."

Besucherin Jessica Dähn kann die Stadt Dortmund nicht verstehen: "Wir sollen hier weg, weil andere zu laut sind. Aber warum genehmigt sie dann den Betrieb einer Diskothek, die noch mehr Lärm nach sich zieht? Liegt es vielleicht daran, dass damit Geld verdient wird?" Die PWS-Mitglieder haben erkannt, dass es Fünf vor Zwölf ist und dass Straßensperren schneller auf sie zukommen, als ihnen lieb ist. Ihr Appell an alle Phoenix-Besucher: "Leute, behandelt diese Location mit Respekt."

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