Pippi-Western „Damsel“ mit Robert Pattinson erstaunt

Teenie-Star auf der Berlinale

Kein Bär in der Prärie: Am ersten Wettbewerbstag der Berlinale verblüfft der Ex-Vampir Robert Pattinson in einem schrägen Western mit Zwergpony. „Damsel“ ist zugleich der erste Beitrag des Festivals zur MeToo-Debatte.

BERLIN

, 16.02.2018, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pippi-Western „Damsel“ mit Robert Pattinson erstaunt

Robert Pattinson spielt im Western „Damsel“ mit, der auf der Berlinale gezeigt wurde. Foto: dpa

Die Arbeit einer Festivaljury ist mit dem Filmemachen zu vergleichen. Findet zumindest der deutsche Regisseur Tom Tykwer („Babylon Berlin“), der in diesem Jahr als Jury-Präsident über die Vergabe des Goldenen Bären mit entscheiden darf: „Man bildet eine Gruppe, quatscht viel und hofft, dass am Ende etwas Gutes rauskommt“.

Samuel will seine Verlobte zurückholen

Tatsächlich würde man gern Mäuschen spielen, wenn Tykwer mit seinen Kolleginnen über den amerikanischen Beitrag „Damsel“ quatscht. Die Regie-Brüder David und Nathan Zellner erzählen in diesem Genre-Experiment die Geschichte des jungen Samuel (Robert Pattinson), der sich in Begleitung eines Priesters und eines Zwergponys aufmacht, seine Verlobte Penelope (Mia Wasikowska) zu suchen. Die ist vermeintlich entführt worden. Tatsächlich – Achtung, Spoiler! – entpuppt sich Samuel als durchgedrehter Stalker. Penelope ist glücklich verheiratet und will nichts von ihm wissen.

Pippi-Western „Damsel“ mit Robert Pattinson erstaunt

Vor allem die weiblichen Fans erwarteten den Star schon auf der Straße und waren begeistert, als er mit ihnen Sefies machte. Foto: dpa

Recht früh verabschiedet sich der „Twilight“-Star aus dem Film, während Mia Wasikowska Hauptrolle und Knarre übernimmt. In der Männerwelt des Wilden Westens kann sie locker mithalten. Dynamit ist der Frau nicht fremd. Wer will, kann darin so etwas wie einen feministischen Entwurf erkennen. Wobei die Frage bleibt, ob Gewalt gleich Stärke ist. Ganz alte Western-Diskussion.


Komische Szenen

Klar, dass Wasikowska auf der Pressekonferenz auch nach ihrer Ansicht zu „MeToo“ gefragt wurde. Festivalchef Dieter Kosslick hatte ja schon prophezeit, dass die Debatte die Agenda bestimmen würde. Gut so! Bloß ist „Damsel“ nicht unbedingt der beste Aufhänger. Sicher, die Regisseure geben sich alle Mühe, noch das letzte Western-Klischee auf den Kopf zu stellen. Produzieren aber vor allem seltsame Szenen – zum Beispiel pinkelt ein hinterrücks Erschossener sterbend in hohem Bogen weiter. Pattinson im Pippi-Western!

Der vormalige Teenie-Schwarm freut sich umso mehr „über seine treuen Fans in Berlin“. Die lassen sich weder von winterlicher Kälte noch von kruden Filmen das Jubeln vermiesen.