Plakatflut

Fünf Wochen bis zur Wahl

BOCHUM Die Europawahlen waren für die SPD eine Warnung. Bevor ihre Truppen auszogen, hatte die CDU bereits Fakten geschaffen und großflächig plakatiert. Zur Kommunalwahl haben die Sozialdemokraten vorgelegt. Unübersehbar.

von Von Thomas Aschwer

, 22.07.2009, 14:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
SPD und FDP werben bereits seit Tagen für ihre Oberbürgermeister-Kandidaten.

SPD und FDP werben bereits seit Tagen für ihre Oberbürgermeister-Kandidaten.

An fast jedem Baum auf dem Ring hängt ein Wahlplakat. Eine auch im Internet kontrovers diskutierte Aktion. Manfred Rakowski, Geschäftsführer des SPD Unterbezirks Bochum und Herne, versucht zu relativeren. 2000 Plakate Unter dem Strich werde die Partei im gesamten Stadtgebiet wieder rund 2000 Plakate aufhängen.

Die Stadt lässt den Parteien dabei weitgehend freie Hand. Ist der grundsätzliche Antrag durch und damit geklärt, ab wann und wo sie plakatieren wollen, gilt das "Windhundprinzip". Wer zuerst kommt, kann sich den Platz aussuchen. Mit wenigen Ausnahmen. So dürfen an Ampeln keine Plakate befestigt werden, um die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden.Wesselmänner

Probleme habe es mit dieser Regelung noch nie gegeben, hieß es gestern vom Presseamt der Stadt. Anrufe von Bürgern gebe es eher im Nachgang der Wahlen. Wenn die Plakate nicht abgehängt werden. Dann wendet sich die Verwaltung an die Partei, aktiv zu werden. Im Augenblick denken die Parteien jedoch erst einmal an das "Aufrüsten". Auch die CDU will mehr als 2000 Plakate kleben. Dazu kommen die Großplakate, die so genannten "Wesselmänner". Lässt die CDU 20 aufstellen, plant die SPD hingegen 60. Auch eine Folge einer Bochumer Besonderheit. Hier gibt es kein Wahlkampfabkommen. Darauf wartet die Verwaltung in Herne nicht. Sie schafft selbst Fakten - und legt genau fest, wo plakatiert werden kann. Ratsmitglieder finanzieren Wahlkampf mit

Was der Wahlkampf unter dem Strich kostet? Die Geschäftsstellen üben sich in vornehmer Zurückhaltung. Klar ist, dass die Ratsmitglieder den Wahlkampf in der Form mitfinanzieren. Sie führen Teile ihrer Aufwandsentschädigungen an ihre Partei ab. Um die Gunst der Wähler werben sie wie in den Vorjahren mit Dauerinfoständen in der Innenstadt, Broschüren, kleinen Geschenke oder Partei-Persönlichkeiten, Norbert Lammert, Volker Kauder oder Hannelore Kraft sollen mithelfen, die Bürger zu überzeugen. Die Gesichter können sie sich täglich auf den Plakaten ansehen.