Platt plaudern - Besuch beim plattdeutschen Stammtisch

Heimatverein Berghofen

Bei seinem Ausflug zum plattdeutschen Stammtisch des Heimatvereins Berghofen lernt unser Mitarbeiter Tim Steiner eine ihm fremde Sprache kennen: Platt. Dabei entdeckt er, dass diese Mundart noch lange nicht tot ist - und dass die Unterschiede gar nicht so groß sind.

BERGHOFEN

von Von Tim Steiner

, 05.01.2012, 16:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Hochdeutscher zu Besuch beim Plattdeutschen Stammtisch: Tim Steiner kann zunächst nur "einen hauch verstehen".

Ein Hochdeutscher zu Besuch beim Plattdeutschen Stammtisch: Tim Steiner kann zunächst nur "einen hauch verstehen".

Muntere Gespräche, von denen ich jedoch nur bei ganz genauem Zuhören einen Hauch zu verstehen vermag. Eigenartige Redewendungen. Nichts Ungewöhnliches im Pott, doch irgendetwas ist anders.

Dann läutet eine große Tischglocke und alles wird still. Dieter Tillmann (70), Vorsitzender des Heimatvereins Berghofen, meldet sich zu Wort und eröffnet den Plattdeutschen Stammtisch im Haus Heimsoth.  Schnell wird mir klar, dass sich im vergangenen Jahrhundert eine Menge getan hat – auch in der deutschen Sprache. Meine hochdeutsche Sprechweise ist heute Usus, vor knapp 100 Jahren sah das aber noch ganz anders aus.

 Da hieß die von Kohlenstaub stark verschmutzte Dortmunder Luft in weiten Breiten noch „Düörpensche Lockt“, das Dudendeutsch blieb der gehobenen Gesellschaft überlassen. „Um diese alte Redensart nicht in Vergessenheit geraten zulassen, treffen wir uns“, so Dolores Jäger, Mitglied des Heimatvereins und Initiatorin des Stammtisches.  Auch wenn sie es selbst nicht besonders gut spricht, das Plattdeutsch, so will sie ihre Kenntnisse, wie viele andere, doch noch erweitern. Für die meisten der etwa 25 Stammtischbesucher ist es eine Reise in die Kindheit.

So auch für Gerda Tillmann, Vorsitzende des SGV Berghofen: „Ich komme zwar gebürtig aus dem Sauerland, aber auch da sprach man früher noch Platt. Ich mag die Redensart, für mich ist das ein Teil meiner Jugend.“  Meine Jugend war durchzogen von Anglizismen. Doch Plattdeutsch, so sagt man mir, hat viele Parallelen zum Englischen: „’Town’ und ’Zaun’ beispielsweise sind nicht nur vom Wortlaut, sondern auch von der Bedeutung verwand“, erklärt Dieter Tillmann und listet weitere Beispiele auf. Dann erzählt jemand eine Geschichte – für mich schwer zu verstehen. Dafür erklären sie mir alles – auf Hochdeutsch.

Schlagworte: