Podiumsdiskussion zu RWE-Leitungen

Hochspannungen

LÖTTRINGHAUSEN Sind die Freiluftleitungen der RWE über dem Dortmunder Süden eine Gefahr für die Gesundheit ? Darauf konnte auch eine Podiumsdiskussion nicht abschließend Antwort geben. Fest steht jedoch: Namhafte Wissenschaftler sind genau dieser Meinung.

von Von Jonas Müller-Töwe

, 20.06.2010, 17:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Podiumsdiskussion zu RWE-Leitungen

Die Podiumsdiskussion zu möglichen Gefahren durch Hochspannungsleitungen zog viele Bürger an.

Eine Verlegung der Leitungen unter die Erde – technisch durchaus möglich, wie RWE-Vertreter Dr. Herbert Wohlfahrt einräumte – schone deswegen die Gesundheit. Sowohl Haumann als auch der ebenfalls eingeladene Prof. Dr. Wilfried Kühling wiesen in diesem Zusammenhang auf Studien hin, die „valide Hinweise“ gäben, dass sowohl Tumore, als auch Leukämie- und Alzheimererkrankungen auf Magnetfelder zurückzuführen sein könnten.

Der gesetzliche Grenzwert von 100 Mikrotesla sei nur möglich, so Kühling, indem andere Maßstäbe als bei anderen Schadstoffen angelegt würden. „Notwendig wäre ein Schutzwert in Höhe von 1 bis 2 Mikrotesla“, resümierte Kühling. Dies werten Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Strahlenschutzkommission des Bundes bislang anders. Warum? „Umweltverbände und Mieterschutzvereine haben nicht so viel Einfluss wie Wirtschaftsunternehmen in der Gesetzgebung“, so Kühling. In Schweden beispielsweise sei man ganz anders für derartige Gefahren sensibilisiert. „Deswegen ist dort auch ein Grenzwert von 1 Mikrotesla erlassen worden“, so Kühling. In der Schweiz und den Niederlanden sehe es ähnlich aus.

Sich eine Lobby zu erarbeiten- das hat sich die IG Vorsicht Hochspannung Do-Süd nun vorgenommen. Reinhard Wegener zählt etwa 200 Häuser mit über 1500 Personen zum Kreise der Betroffenen. „Wir bitten Politik und Verwaltung unsere Interessen stärker zu berücksichtigen“, sagt Wegener. Das bedeute konkret: „Die Leitung muss unter die Erde!“ Von der RWE scheint er hier nicht viel zu erwarten. Sein Fazit: „Es gibt die Wahrheit der Betroffenen und die Wahrheit derer, die nicht über Gefahren sprechen wollen.“ 

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