Polizei: Hunde-Ausbildung ohne Gewalt und Zwang

Ermittlungen

"Freund und Helfer“ - gilt das bei der Polizei auch für die Diensthunde? Es gab Vorwürfe wegen angeblich brutaler Trainingsmethoden in NRW. Die aber sind tabu, stellt die Polizei klar.

SCHLOSS HOLTE-STUKENBROCK

16.12.2014, 14:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ausbildung zum Schutzdienst: Das Landesamt für Ausbildung der NRW-Polizei weist Vorwürfe, Diensthunde mit Gewalt und Zwang auszubilden, entschieden zurück.

Ausbildung zum Schutzdienst: Das Landesamt für Ausbildung der NRW-Polizei weist Vorwürfe, Diensthunde mit Gewalt und Zwang auszubilden, entschieden zurück.

  Das Landesamt für Ausbildung klopfte seit Anfang Dezember das Diensthundewesen auf den Einsatz von zweifelhaften Methoden ab. Anlass war der Verdacht, einzelne Hundeführer setzten auf brutale Unterwerfung der Tiere. So sollen Diensthundeführer in Köln Elektroschock-Halsbänder eingesetzt oder die Hunde zur Strafe sogar an Halsbändern aufgehängt und dann getreten haben.

Ein Hundeführer der Polizei Münster war dabei ins Zentrum der Ermittlungen geraten. Der Mann betreibt in seiner Freizeit eine Hundeschule in Warendorf und hat sich auf die Ausbildung von Dienst- und Sporthunden spezialisiert. Der Beamte arbeitet seit Jahren auch als Prüfer für die Polizei in Münster. Die Kollegen aus Köln, die bei dem Münsteraner mit ihren Hunden einen Kurs absolviert hatten, seien danach durch eine „aggressive Grundhaltung und Trainingsphilosophie“ aufgefallen. Sie hätten sich von den anderen Hundeführern separiert, erklärte Victor Ocansey, Sprecher des Landesamtes für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW. So sei ein „unangenehmes, verschärftes Betriebsklima“ entstanden. Die Polizei untersucht die Vorfälle noch, nahm aber sechs Beamten der Kölner Hundestaffel die Hunde vorläufig weg und leitete gegen drei Disziplinarverfahren ein. Auch gegen den münsterschen Polizisten ermittelt die Polizei intern.

Wie Polizeidirektor Thieme am Dienstag weiter ausführte, hätten Gespräche mit den Ausbildern landesweit gezeigt, dass unter den Hundeführern breiter Konsens herrsche, dass durch brutalen Zwang und Unterwerfung nicht das notwendige Vertrauen zwischen Hund und Halter erreicht werden könne. „Wir stehen in NRW für eine vollständig tierschutzgerechte Ausbildung“, sagte Thieme.