Polnische Jugendliche besuchen Gemeinden in Kirchlinde und Rahm

KIRCHLINDE Deutschland - Polen: Die Rivalität bei der Europameisterschaft ist längst wieder verflogen.Die Stimmung bei deutschen und polnischen Jugendlichen im Rahmen einer Begegnung in Kirchlinde in den vergangenen Tagen war zumindest von großer Freundschaft geprägt.

von Von Jennifer Riediger

, 04.07.2008, 16:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gelebte Völkerverständigung: Die polnischen Jugendlichen wurden in Kirchlinde von ihren Gastgebern willkommen geheißen.

Gelebte Völkerverständigung: Die polnischen Jugendlichen wurden in Kirchlinde von ihren Gastgebern willkommen geheißen.

Dort freuten sich die 20 jungen Leute vom ersten Moment an auf zehn Tage gemeinsames Programm.

Zehn Jugendliche waren diesmal aus Breslau gekommen um ihre Partnergemeinde St. Josef in Kirchlinde zu besuchen. Seit dem Jahr 2000 treffen sich die Jugendgruppen der Gemeinden einmal im Jahr abwechselnd in Breslau oder in Kirchlinde. Dabei geht es um mehr als nur um die gemeinsame Freizeitgestaltung. "Die Jugendlichen sollen die Kultur und die Geschichte des jeweils anderen Landes kennen lernen", sagt Katharina Wydra, die die Jugendbegegnung jedes Jahr organisiert. Dabei ist der gebürtigen Polin eine Sache besonders wichtig. "Ich habe als Kind selbst erlebt, wie schlecht die älteren Polen auf die Deutschen zu sprechen waren. Die Jüngern können es jetzt schaffen, dass sich die beiden Länder näher kommen", sagt sie.

Dieser Aufgabe sind sich die Jugendlichen sehr genau bewusst. "Wir jüngeren Leute können versuchen, unsere schwierige Geschichte gemeinsam aufzuarbeiten und versuchen ein neues Verhältnis aufzubauen", sagt Arek Chrzanowski.

Neues Verhältnis

Unter den Jugendlichen ist dieses neue Verhältnis längst Realität geworden, weiß der Breslauer. "Hier haben sich im Laufe der Jahre intensive Freundschaften zwischen den Leuten entwickelt", sagt er. Sprachschwierigkeiten sind dabei kein großes Problem. Gesprochen wird Englisch, Polnisch und Deutsch kombiniert mit Zeichensprache. Viel wichtiger als eine gemeinsame Sprache sind die gemeinsamen Erlebnisse, die die Jugendlichen zusammenschweißen. Arek Chrzanowski erinnert sich besonders an den Weltjudendtag 2006 in Köln. "Wir haben alle zusammen in Gemeindehäusern auf dem Boden geschlafen. Das war eine schöne Gemeinschaft", sagt der Breslauer.

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