Post im Münsterland und im Ruhrgebiet bestreikt

Viele Städte betroffen

Weil Postmitarbeiter aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland zur Großkundgebung nach Frankfurt fahren, könnten am Mittwoch wohl viele Sendungen im Münsterland und Ruhrgebiet liegen bleiben. Betroffen sind unter anderem Zustellbezirke in Köln, Essen, Münster, Dülmen, Ahaus, Steinfurt, Castrop-Rauxel und Lünen.

NRW

, 27.05.2015, 09:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Postmitarbeiter wollen vor der Aktionärsversammlung in Frankfurt demonstrieren.

Postmitarbeiter wollen vor der Aktionärsversammlung in Frankfurt demonstrieren.

Insgesamt werden laut Gewerkschaft Verdi rund 750 Postbedienstete zur zentralen Kundgebung in Frankfurt erwartet. Die Großkundgebung findet vor der Aktionärsversammlung der Deutschen Post AG statt. Auch Verdi-Chef Frank Bsirske wird an der Großkundgebung teilnehmen.

Bestreikt werden heute in NRW folgende Städte:

Köln, Bornheim, Bad Neuenahr, Adenau, Duisburg, Essen, Mülheim, Aachen, Düren, Kerpen, Brühl, Münster, Coesfeld, Rheine, Dülmen, Steinfurt, Ahaus und Gronau. Lünen, Castrop-Rauxel, Lippstadt, Soest, Düsseldorf, Siegen, Herford, Lippe, Lage und Bielefeld

Das sind die Auswirkungen:

"Es wird ein großer Teil der Post liegen bleiben", war Sarah Ruppelt von der Streikleitung der Gewerkschaft am Mittwochmorgen überzeugt. Ob aber tatsächlich viele Sendungen liegen bleiben, ist unklar. Denn bei der Post arbeiten auch viele Beamte, die nicht streiken dürfen und die das Unternehmen bei einem Streik auch als Zusteller einsetzen darf.  Erst am Dienstag hatte das Arbeitsgericht Bonn das entschieden. "Daher können wir nicht genau sagen, wo wirklich etwas liegen bleibt", so Ruppelt.

Darum streiken die Mitarbeiter: 

Die fünfte Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt war in der vergangenen Woche ohne sichtbare Fortschritte zu Ende gegangen. Es geht um 5,5 Prozent mehr Geld und eine Verkürzung der Arbeitszeit von 38 auf 36,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Hintergrund des Streits ist der Aufbau eines zweiten Zustellernetzes im Paketgeschäft durch die Gründung von 49 regionalen Gesellschaften. 

Die Gewerkschaft wirft dem Konzern vor, dadurch die Tariflöhne auf breiter Front abzusenken. Mit der Gehaltserhöhung und der Verkürzung der Arbeitszeit sollen die Zugeständnisse der Beschäftigten zu diesen Schritten ausgeglichen werden.  Ein angebotener Kündigungsschutz bis 2018 sei wertlos, „weil die Post schon ab nächstes Jahr freie Hand für die Gründung von billigeren Konkurrenz-Unternehmen im eigenen Haus haben will. Damit wäre der Kündigungs-schutz hinfällig“, sagte Uwe Speckenwirth.

Die Gespräche sollen am 1. und 2. Juni in Berlin fortgesetzt werden.

Mit Material von dpa