Prämierte Dokus aus der Klinik und vom Mieterkampf

Duisburger Filmwoche

27 Dokumentationen standen im Wettbewerb, am Samstag wurden auf der 37. Duisburger Filmwoche die Preisträger benannt.

DUISBURG

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 10.11.2013, 17:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
In der prämierten Doku "Betongeld - Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam" von Katrin Rothe sind nur einige Sequenzen animiert.

In der prämierten Doku "Betongeld - Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam" von Katrin Rothe sind nur einige Sequenzen animiert.

Der Arte-Preis (6000 Euro) geht an Marcin Malaszczak und "Sieniawka". Der Film über eine Nervenklinik komme nicht als Problemfilm daher, so die Jury. Er öffne einen Innenraum, in dem die Grenzziehung zwischen Doku und Fiktion, Normalität und Krankheit bedeutungslos werde: "Er lässt uns die Welt mit anderen Augen sehen", lobten die Juroren."Betongold"

Über 6000 Euro und den Preis von 3sat darf sich Katrin Rothe freuen. In "Betongold - Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam" hat sie ihren Kleinkrieg gegen Wohnungs-Spekulanten protokolliert. "Mit spielerischer Leichtigkeit, umwerfender Selbstironie und messerscharfem analytischen Verstand", heißt es in der Begründung.

Der mit 5000 Euro dotierte Preis der Stadt Duisburg geht an Nele Wohlatz und Gerardo Naumann. Sie haben für "Ricardo Bär" Baptisten in Argentinien besucht. Die klug verschachtelte Montage sorge für den humorvoll trockenen Ton einer Doku, die einer undogmatischen Filmgeneration angehöre, vermerken die Juroren.Nachwuchspreis erstmals ausgelobt

"Assessment" von Mischa Hedinger ist Träger des erstmals ausgelobten "Carte Blanche"-Nachwuchspreises des Landes Nordrhein-Westfalen (5000 Euro). Der Film entziffere Machtdynamiken mit der Kamera. Hedinger erweise sich als findiger Beobachter der Zumutungen neoliberal durchfärbter Realität, heißt es über Hedingers Beschreibung einer Anhörung vor Renten- und Sozialexperten in der Schweiz.

 

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