Priesterseminar wurde im Rekordtempo umgebaut

Flüchtlinge

Zwei Tage später als geplant trafen am Montag die ersten Flüchtlinge ein, die für acht Wochen im Akafö-Wohnheim an der Kollegstraße unterkommen sollen. 33 Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben das ehemalige Priesterseminar am Wochenende eiligst als Notunterkunft hergerichtet.

von Miriam Instenberg

BOCHUM

, 17.02.2015, 16:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Priesterseminar wurde im Rekordtempo umgebaut

Das Priesterseminar an der Kollegstraße.

In den 45 bisher leer stehenden Apartments im Wohnheim an der Kollegstraße ist jetzt Platz für 113 Flüchtlinge. Etwa 50 Personen sind gestern am frühen Nachmittag dort eingetroffen, im Laufe der Woche sollen weitere 50 folgen, sagte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg. Sie stammen überwiegend aus dem Kosovo, aber auch aus Syrien und Afrika. Ursprünglich war seitens der Bezirksregierung angedacht, bereits am Samstag 140 Flüchtlinge in dem ehemaligen Priesterseminar unterzubringen. Aufgrund technischer und logistischer Probleme wurde die Ankunft der ersten Gruppe jedoch nach hinten verschoben. So fehlten beispielsweise Strom- und Abwasserleitungen für die mobilen sanitären Anlagen, die das DRK am Wohnheim installiert hat.

Mietminderung für Studenten

Nur eine von vielen Aufgaben, die die Mitarbeiter der Einheit Katastrophenschutz am Wochenende zu erledigen hatten. „Wir mussten die gesamte Infrastruktur vorbereiten, um aus dem Wohnheim eine Notaufnahmeeinrichtung zu machen“, erklärt Carl-Gerhard Rohm, Vorstandsvorsitzender beim DRK Bochum. Seine Mitarbeiter orderten zusätzliche Betten für die Apartments, richteten Orte für die Essensausgabe sowie für die Registrierung der Flüchtlinge nach ihrer Ankunft ein. Alles in Rekordtempo: „Das war extrem kurzfristig“, sagt Rohm. Akafö-Sprecher Peter van Dyk lobte  den Einsatz der Helfer vom DRK: „Man merkt, dass sie das nicht zum ersten Mal machen. Bislang haben die Einsatzkräfte noch für jedes Problem eine Lösung gefunden.“

25 Studenten wohnen aktuell im ehemaligen Priesterseminar. Ihnen bietet das Akafö eine 25-prozentige Mietminderung sowie die Möglichkeit, übergangsweise in ein anderes Wohnheim umzuziehen. Ein Angebot, das einige Studenten wahrnehmen wollen. „Viele befinden sich mitten in der Prüfungsvorbereitung“, erklärt van Dyk. Die Mieter hätten Verständnis gezeigt. Zum Dauerzustand soll das zur Notunterkunft umfunktionierte Wohnheim jedoch nicht werden, betont der Akafö-Sprecher. „Wir helfen, so lange der Notstand gilt. Aber wir haben eine Verpflichtung den Studenten gegenüber. Unsere Mieter haben Vorrang.“