Produktion bei Völker ist zu wenig ausgelastet

Flaute bei Pflegebetten

Die Produktionsauslastung in den beiden Betrieben des Pflegebettenherstellers Völker sei schlecht. Und dieses Problem sei weitgehend hausgemacht – zu diesem Schluss kommt der vom Gesamtbetriebsrat beauftragte Sachverständige Professor Dr. Heinz-Josef Bontrup in seiner Analyse.

ANNEN

02.07.2014, 16:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Produktion bei Völker ist zu wenig ausgelastet

Firmeneigene LKW-Anhänger transportieren die Völker-Pflegebetten aus dem Wullener Feld.

Neun von einstmals elf Top-Verkäufern der früheren Firma Völker hätten inzwischen das Unternehmen verlassen. Sie seien verärgert über das neue Leistungssystem gewesen, hätten Einkommensverluste befürchtet. Mit Sicherheit hätten sie auch ein gewisses Auftragsvolumen mitgenommen. Gewerkschaft und Sachverständiger fürchten auch, dass Verkäufer in der neuen Struktur in einen Zwiespalt geraten könnten. Sollen sie nun Hill-Rom- oder Völker-Betten verkaufen? Belege für diesen Konflikt haben sie jedoch nicht. „Klar, ist der Markt für Pflegebetten angespannt. Krankenhäuser werden geschlossen oder sparen – aber nicht in dem Maße“, beurteilt Bontrup den Produktionsrückgang in den Völker-Werken. Unternehmer Völker habe den beratungsintensiven Markt für Pflegebetten noch richtig verstanden.

Die neuen Besitzer hätten dafür wohl kein Gefühl: „Über so ein feines mittelständisches Unternehmen kann man keine Konzernstruktur legen.“ Das aktuelle Management, Betriebsrat und Gewerkschaft seien in ihren Verhandlungen „Lichtjahre voneinander entfernt.“ Doch wenn eine Einigungsstelle angerufen werden müsse, wisse keine der Parteien, was am Ende herauskommt. „Wir setzen unsere Hoffnung auf neue Verhandlungen im August. Vielleicht können Unterhändler die Positionen bis dahin ein wenig annähern.“ Hill-Rom selbst sah sich bis zum Redaktionsschluss nicht in der Lage zu einer Stellungnahme. Es hieß, das Unternehmen bereite aber eine Erklärung vor.

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