"Profi geworden, um andere zu begeistern"

Richard Sukuta-Pasu im Interview

Er hat sich beim VfL Bochum zum "Stürmer der Herzen" entwickelt, begeistert die Fans mit unbändigem Einsatzwillen und macht sie mitunter fassungslos, wenn er beste Chancen nicht verwertet. Sportredakteur Uli Kienel sprach mit Richard Sukuta-Pasu über die bisher gespielte Saison, über Verbesserungspotenzial und über Perspektiven für das neue Jahr.

BOCHUM

30.12.2013, 13:35 Uhr / Lesedauer: 3 min
Stürmer Richard Sukuta-Pasu soll in der Restrunde mithelfen, die Trefferquote des VfL deutlich zu verbessern.

Stürmer Richard Sukuta-Pasu soll in der Restrunde mithelfen, die Trefferquote des VfL deutlich zu verbessern.

Richard Sukuta-Pasu: Obwohl wir einen großen Umbruch mit vielen Zu- und Abgängen zu bewältigen hatten, haben wir uns meiner Ansicht nach gut zusammengefunden. Dass so ein Prozess Zeit braucht, hat man am Auf und Ab im Saisonverlauf gesehen. Mit den fünf Niederlagen in Serie haben wir uns dann eine kleine Krise geleistet, aus der wir uns aber gemeinsam wieder herausgearbeitet haben. In den Spielen gegen München 60 und Union gab es dann wieder Rückschläge.

Richard Sukuta-Pasu: Obwohl wir einen großen Umbruch mit vielen Zu- und Abgängen zu bewältigen hatten, haben wir uns meiner Ansicht nach gut zusammengefunden. Dass so ein Prozess Zeit braucht, hat man am Auf und Ab im Saisonverlauf gesehen. Mit den fünf Niederlagen in Serie haben wir uns dann eine kleine Krise geleistet, aus der wir uns aber gemeinsam wieder herausgearbeitet haben. In den Spielen gegen München 60 und Union gab es dann wieder Rückschläge.

Machen Sie sich Sorgen, dass der VfL in die nächste Krise rutscht?

Sukuta-Pasu: Ich habe nie Sorgen, das ist meine Mentalität. Obwohl ich noch sehr jung bin, habe ich im Fußball schon viel erlebt. Ich schaue grundsätzlich mit Zuversicht in die Zukunft. Und das gilt auch für die Rückrunde mit dem VfL Bochum.

Und wie fällt die Zwischenbilanz mit Blick auf Ihre Person aus?

Sukuta-Pasu: Ich stand anfangs bei den Medien in der Kritik, weil ich nicht getroffen habe. Ich kann für mich selber aber sagen, dass ich in jedem Spiel alles abrufe und kämpfe bis zum bitteren Ende. Wer hart arbeitet, der wird dafür auch belohnt. Davon bin ich überzeugt. Und inzwischen habe ich ja auch meine ersten Tore gemacht. Wobei es demnächst ruhig noch ein paar mehr werden dürfen.

Trainer Peter Neururer hat Ihnen von Anfang an vertraut und Sie gegen jede Kritik verteidigt.

Sukuta-Pasu: Es war sehr wichtig für mich, dass der Trainer hinter mir gestanden hat. Dafür bin ich ihm dankbar, denn das war auch wichtig für mein Selbstvertrauen.

Die VfL-Fans mögen Sie für ihren bedingungslosen Einsatz und ihre Mentalität, die Sie auf dem Platz zeigen. Zweimal sind Sie schon zum Spieler des Monats gewählt worden.

Sukuta-Pasu: Das ist für mich die Bestätigung, dass harte Arbeit auch anerkannt und belohnt wird. Dafür möchte ich mich bei unseren Fans bedanken, denn so etwas ist nicht selbstverständlich. Das ist eine tolle Geste. Ich möchte das Vertrauen auch weiterhin mit guter Leistung und mit weiteren Toren gerne zurückzahlen.

Hat es in der Anfangsphase, als es beim VfL noch nicht so gut lief, auch mal negative Reaktionen gegeben?

Sukuta-Pasu: Nein. Egal, wo ich gewesen bin, habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Fans können mich in der Öffentlichkeit auch gerne ansprechen, damit habe ich überhaupt kein Problem. Als Fan würde ich es genauso machen. Sie geben uns doch ein Feedback auf das, was wir leisten. Wir sind doch Profis geworden, um andere zu begeistern. Ich bin keiner, der sich versteckt, wenn es mal nicht so gut läuft.

Sie sind nach dem Spiel in Karlsruhe so zitiert worden: Ich habe die gesamte Karlsruher Abwehr kennengelernt, die mich aber auch. Die verweist einseits auf Ihre Kämpfernatur, andererseits aber auch darauf, dass Sie vor oft auf sich alleine gestellt sind. Wünschen Sie sich mehr Unterstützung?

Sukuta-Pasu: Natürlich wollen wir als Mannschaft insgesamt torgefährlicher werden. Was da zu tun ist, weiß der Trainer am besten und wird arbeiten täglich im Training daran. Ich persönlich nehme die Dinge immer so an, wie sie sind, und ich habe kein Problem damit, wenn ich mich alleine durchsetzen muss.

Gibt es Pläne für die kurze Pause zum Jahreswechsel, einige Spieler fliegen ja um die halbe Welt?

Sukuta-Pasu: Ich treffe mich mit meiner Familie in Wuppertal. Meine Angehörigen leben fast alle in Nordrhein-Westfalen. Ich fühle mich hier wohl und muss nicht auf große Reise gehen.

Sie sind bis zum Saisonende von Kaiserslautern ausgeliehen und stehen bei den Pfältern noch bis 2015 unter Vertrag. Können Sie sich vorstellen, über die Saison hinaus in Bochum zu bleiben?

Sukuta-Pasu: Ich fühle mich in Bochum wohl und hätte nichts dagegen. Mein Vater, der mich schon die gesamte Karriere über eng begleitet und mit dem ich jedes Spiel aufarbeite, und mein Berater werden sich darum kümmern. Ich halte mich da weitgehend heraus, werde aber meine Meinung sagen, wenn die Entscheidung ansteht.

Fühlen Sie sich in Bochum so wohl, weil Sie hier mit Florian Jungwirth und Danny Latza zwei Mitspieler aus der U19-Europameister-Mannschaft von 2008 getroffen haben?

Sukuta-Pasu: Ich habe in unserem Kader ja noch deutlich mehr Bekannte. Mit Slawo Freier und Lukas Sinkiewicz war ich bei Bayer Leverkusen zusammen, mit Felix Bastians habe ich in der U20-Nationalmannschaft gespielt, Christian Tiffert kenne ich aus Kaiserslautern und Carsten Rothenbach von St. Pauli.

Was ist für den VfL in den verbleibenden 15 Spielen der Rückserie noch möglich?

Sukuta-Pasu: Wenn man auf die Tabelle schaut, ist das schon der Wahnsinn. Weder oben noch unten sind meiner Meinung nach die Plätze fest vergeben. Eigentlich kann man nur das sagen: die Mannschaften dürfen sich nicht zu sicher sein.

Ihre Wünsche für das Jahr 2014, persönlich und sportlich?

Sukuta-Pasu: Privat wünsche ich mir, dass es meiner Familie gut geht, dass sie gesund bleibt und wir das Lächeln nie verlieren. Sportlich wünsche ich mir, dass wir unsere Leistung noch steigern und am Ende in der Tabelle dann da stehen, wo uns unsere Fans sehen wollen.

 

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