Projekt bringt Künstler mit Besitzern zusammen

"Witten wird bunt"

Bürgermeisterin Sonja Leidemann verweist auf ein Bild in der Galerie von Künstler Jonas Heinevetter. „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt“ steht dort neben einer Pop-Art Pippi Langstrumpf. „Das passt doch“, so die Bürgermeisterin. Denn das Projekt „Witten wird bunt“ soll die Stadt schöner machen.

ANNEN

, 21.10.2014, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Projekt bringt Künstler mit Besitzern zusammen

Jonas Heinevetter (l.) startet das Projekt zusammen mit der Stadt und Sonja Leidemann (M.). Patrick Brehmer, Stefan Klüppert, Choco und Hülyan (v.l.) sind als Künstler dabei.

Interessierte Besitzer von freien Flächen können jemanden auswählen, der ihre Mauer, Hauswand oder Garage gestaltet. Das Angebot besteht aus professionellen Künstlern und Amateuren – nicht nur aus Witten. „Jeder hat einen eigenen Preis. Der wird von den Künstlern verhandelt. Wir wollen nur vermitteln.“ „Es geht um identitätsstiftende Flächen. Wir nehmen uns dem öffentlichen Raum gezielt an“, sagt Leidemann. Ein Beispiel könnte die Herbeder Autobahnbrücke sein, die seit Jahren von Graffiti- Schmierereien geziert wird. Leidemann will den Landesbetrieb kontaktieren, um dieses Objekt konkret für eine Verschönerung vorzuschlagen.

„Davon träume ich schon seit ich mein erstes Bild gemalt hab“, sagt Künstler Patrick Brehmer mit einem Lacheln. „Es gibt ja auch einen Ehrenkodex. Da, wo etwas Schönes gemacht wurde, wird nichts mehr verschandelt. Das ist auch ein Schutz gegen Vandalismus“, so Leidemann. Dabei geht es nicht nur um Graffiti-Kunst, sondern um Straßenkunst im Allgemeinen. „Graffitis werden oft mit Vandalismus und Beschmutzung in Zusammenhang gebracht. Aber die Künstler, um die es hier geht, beschäftigen sich mit dem Objekt und dem Umfeld.

Der Künstler will etwas schaffen, was dem Besitzer und allen anderen gefällt – nicht nur irgendeiner Kunst-Szene“, sagt Choko vom Künstler-Duo Skipper & Choko. „Es soll die Stadt verschönern. Ob es mit der Spraydose gemacht wurde oder mit dem Pinsel, ist im Endeffekt doch egal“, ergänzt Brehmer.

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