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Projekt stellt Hörder Schülern Zukunft an neuer Emscher vor

HÖRDE Als der Hörder Geschichtsschreiber und Heimatforscher Willi Garth als Kind im Marksbachtal spielte, lebten noch Fische und Krebse in dem Fließgewässer. Heute ist der Bach eine Kloake.

von Von Peter Bandermann

, 30.03.2009
Projekt stellt Hörder Schülern Zukunft an neuer Emscher vor

Noch ist von der 24 Hektar großen und bis zu 3 Meter tiefen Seefläche und dem Lauf der renaturierten Emscher nichts zu erkennen.

In wenigen Jahren leben dort wieder Fische. Und Krebse. Und Willi Garth fängt sie wieder. Am Montag führten der Heimathistoriker und die Geologin Britta Kettelföhr von der Emschergenossenschaft Haupt- und Frenzelschüler durch die Zukunft, für die zurzeit alles im Fluss ist: Bagger schaufeln am Phoenix-See die 24 Hektar große Wasserfläche frei, und die Emschergenossenschaft kanalisiert von der Quelle bis zur Mündung das Schmutzwasser, damit in den Seitenarmen wieder die Krebs kriechen.

Rückblick: Um 1800 war die Emscheraue ein romantischer Ort, dem eine düstere Zukunft bevorstand. Hermann Piepenstock errichtete sechs Jahrzehnte später in den Hörder Sümpfen ein Stahlwerk. 1923 zwängten Maurer die Natur in den Emscherkanal, der das Stahlwerk unterquert. Noch in diesem Jahr reißen Bagger den Kanal ein.

Das ist ein weiterer Meilenstein in Richtung Zukunft, denn die 2,4 Mio. Einwohner, die in Nordrhein-Westfalen im Einzugsgebiet der Emscher leben, sollen ihren alten Fluss von der Quelle bis zur Mündung als renaturiertes Ökosystem wiedererkennen. Das Schmutzwasser fließt unterirdisch in die Klärbecken. „Die Kanalrohre liegen teilweise bis zu 30 Meter unter der Erde“, erklärte Britta Kettelföhr den Jungen und Mädchen der Haupt- und der Frenzelschule, die im Mai 2009 weitere Fortschritte erkennen können: Dann sollen die ersten Brückenbauwerke über dem renaturierten Flusslauf entstehen. Das Projekt „Hörde erfahren“ des Landtagsabgeordneten Gerd Bollermann demonstrierte den Schülern den Strukturwandel.

„Der Phoenix-See ist ein Symbol für diesen Strukturwandel“, erklärte Britta Kettelföhr mit bunten Bildern, die in den nächsten zehn Jahren Wirklichkeit werden. Viel Grün, moderne Wohnhäuser, Arbeitsplätze, Ruderboote und ein Mann, der am Marksbach mit dem Kescher kriechende Krebse einzufangen versucht. Hörde – in Zukunft so schön wie früher. 

  • Die Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft flutet den See ab Herbst 2010. Der Hörder Heimatverein möchte diesen Prozess konstruktiv begleiten und beschleunigen. Willi Garth und Helmut Broich stellen sich am ersten Flutungs-Tag eine Menschenkette vor, die vom Marksbach bis zum See führt und Eimer für Eimer sauberes Wasser einfüllt. Ansonsten füllen Grundwasser und auch der Lohbach und der Marksbach den See mit Wasser auf.
  • Wie lange das dauert, kann niemand präzise vorhersagen, weil das von der natürlichen Niederschlagsmenge abhängig ist. Der See hat ein Volumen von 850 000 Kubikmetern, ist 1,2 Kilometer lang und 300 Meter breit.