Protest gegen Schutzmauer vor Flüchtlingsheim

Höher als Berliner Mauer

Eine vier Meter hohe Lärmschutz-Mauer vor einem Flüchtlingsheim sorgt in München für Kritik und Unverständnis. "Wer andere ausschließt, der schließt sich selber ein", sagte die Geschäftsführerin des Münchner Flüchtlingsrates, Monika Steinhauser.

MÜNCHEN

07.11.2016, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bau einer Steinmauer. Anwohner hatten die Mauer als Lärmschutz im Stadtteil Neuperlach durchgesetzt. Foto: Sven Hoppe

Bau einer Steinmauer. Anwohner hatten die Mauer als Lärmschutz im Stadtteil Neuperlach durchgesetzt. Foto: Sven Hoppe

Die Unterkunft für jugendliche Flüchtlinge ist noch nicht in Betrieb. Anwohner hatten das Bauwerk, das sogar die Berliner Mauer um 40 Zentimeter überragt, im Stadtteil Neuperlach durchgesetzt. Das Bauwerk grenzt an einen Grünstreifen mit einer Böschung, dann kommen die Gärten und die dazugehörigen Wohnhäuser.

Bau ein "Wahnsinn"?

Guido Bucholtz vom Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach nannte den Bau einen Wahnsinn. Er hatte ein Video von der Mauer an Münchner Zeitungen geschickt und damit die Debatte mit ins Rollen gebracht. "Wie kann es bei uns sein, dass man zwischen Flüchtlingen und Anwohnern eine Mauer bauen muss mit dem fadenscheinigen Argument Schallschutz?", sagte Bucholtz am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ein Signal: Man schottet die Flüchtlinge ab, weil man sie eh nicht haben will."

Einem Bericht des Münchner "Merkur" zufolge hatten insgesamt sieben Nachbarn die Mauer als Schutz gegenüber der neuen Unterkunft für 160 jugendliche Flüchtlinge gerichtlich erstritten. Die Anwohner hätte insbesondere mit ihrem Erholungsbedürfnis argumentiert.

mit dpa

 

 

 

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