Prozess gegen Ex-Anwalt Rüdiger K. erneut geplatzt

Titelmissbrauch und Veruntreuung

Der Prozess gegen den früheren Bochumer Rechtsanwalt und bekannten TV-Experten Rüdiger K. (57) ist erneut geplatzt. Der Jurist liegt laut eines ärztlichen Attests in einem Krankenhaus in der Türkei – schon Ende 2015 musste ein erster Prozess wegen eines Klinikaufenthalts des Angeklagten abgebrochen werden.

BOCHUM

06.03.2017, 14:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte Rüdiger K. beim ersten Prozessauftakt im Oktober 2015 an der Seite seines Verteidigers.

Der Angeklagte Rüdiger K. beim ersten Prozessauftakt im Oktober 2015 an der Seite seines Verteidigers.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat den Ex-Fußballfunktionär und Firmensanierer wegen Titelmissbrauch, Beitragsvorenthaltung, Veruntreuung von Mandantengeld und vorsätzlichen Bankrott angeklagt. Der Schaden beträgt rund 150.000 Euro. Bereits wegen einer Wildwest-Fahrt unter Drogeneinfluss vorverurteilt, muss der 57-Jährige im Falle einer neuen Verurteilung um eine weitere Bewährungsstrafe bangen.

Prozess muss neu aufgerollt werden

Weil der aktuelle Prozess am Bochumer Schöffengericht, der bereits seit mehreren Monaten lief und unmittelbar vor Erreichen der Endphase mit Plädoyers und Urteil stand, wegen der Erkrankung des Angeklagten nicht mehr fristgerecht fortgesetzt werden kann, wurde die Verhandlung offiziell ausgesetzt.

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Sobald der 57-Jährige wieder verhandlungsfähig ist, muss der Prozess nun noch einmal ganz von vorne beginnen und komplett neu aufgerollt werden. Im Prozess war Ex-Anwalt Rüdiger K. teilgeständig. „Ich schäme mich zutiefst, heute hier als Angeklagter zu sitzen“, hatte der hoch dekorierte Jurist an einem der ersten Verhandlungstage den Bochumer Richtern erklärt.