Prozess um Beihilfe zum Millionenbetrug mit Pfandabrechnungen

Prozesse Kriminalität

In einem manipulierten Rücknahmeapparat soll Pfand ausbezahlt, aber das Leergut nicht geschreddert worden sein. Damit soll ein Angeklagter rund 130 000 Euro erschlichen haben.

Düsseldorf

11.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Weil sie einen Pfandflaschenautomaten manipuliert und so insgesamt 1,8 Millionen Euro erschlichen haben sollen, stehen mehrere Männer vor Gericht.

Weil sie zwei Pfandflaschenautomaten manipuliert und so insgesamt 1,8 Millionen Euro erschlichen haben sollen, steht ein Mann aktuell noch vor Gericht. © picture alliance/dpa

Wegen Beihilfe zu einem Millionenbetrug mit Pfanddosen und -flaschen muss sich ab Dienstag (10.00) ein Mann aus Venlo vor dem Landgericht in Düsseldorf verantworten. Laut Anklage hatte er vor sechs Jahren dem Geschäftsführer einer Firma in Neuss falsche Belege für die Entsorgung von 375 Tonnen Metalldosen und 154 Tonnen Pet-Flaschen ausgestellt. Dafür soll der 51-jährige Angeklagte knapp 130 000 Euro kassiert haben.

1,8 Millionen Euro Pfand

Der Neusser Firmenchef hatte zwei Rücknahmeautomaten für Flaschen und Getränke-Dosen manipuliert und innerhalb von zehn Monaten zu Unrecht mehr als 1,8 Millionen Euro Pfand kassiert. In den manipulierten Automaten waren die Plastikflaschen und Alu-Dosen nicht wie üblich zerquetscht worden. Sie waren unbeschädigt geblieben und konnten so immer wieder erneut in den Automaten geschoben werden.

Ein zunächst als Geschäftsführer angeklagter Mann aus Castrop-Rauxel entpuppte sich als ahnungsloser Strohmann. Er war vom Landgericht Düsseldorf am 9. April 2019 freigesprochen worden.

Der wirkliche und damals verantwortliche Geschäftsführer aus Neuss kann nach Angaben des Gerichts nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, weil die Betrugsvorwürfe gegen ihn nach Prozessende verjährt waren. Für den aktuellen Prozess sind bis zum 1. September noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

dpa