Prozessauftakt am Amtsgericht: Handel mit Amphetaminen

"Udo war's"

Eine düstere Garage, kiloweise gefrorener Schafskäse und ein Hintermann namens „Udo“: Aus diesem bizarren Mix wurde am Freitag ein Fall für das Amtsgericht. Angeklagt war ein mutmaßlicher Drogendealer (23) aus Hordel. Sein Kommentar zu den Vorwürfen: „Alles Käse!“

BOCHUM

von Von Werner von Braunschweig

, 21.09.2012, 19:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Laut Anklage soll ein 23-jähriger Bochumer binnen eines Jahres fast sechs Kilo synthetische Drogen (Amphetamine) an ein und denselben Kunden verkauft haben.

Laut Anklage soll ein 23-jähriger Bochumer binnen eines Jahres fast sechs Kilo synthetische Drogen (Amphetamine) an ein und denselben Kunden verkauft haben.

Stimmt und stimmt nicht, erklärte am Freitag der angebliche Käufer. Der Wattenscheider ist erst in der vergangenen Woche wegen Drogengeschäften zu fast vier Jahren Haft verurteilt worden. Im Zeugenstand entlastete er jetzt aber den Angeklagten, behauptete steif und fest, sich seine Amphetamine nicht bei dem 23-Jährigen, sondern ausschließlich bei einem gewissen „Udo“ besorgt zu haben.

„Das Zeug habe ich stets in meiner Garage, gefroren im Eisfach gelagert“, so der Zeuge – und dann weiterverkauft. Und wie war die Konsistenz? Antwort: So wie gefrorener Schafskäse.“ Weil der eigentliche Belastungszeuge, der einstige Fahrer des angeblichen Käufers, am Freitag blau machte und den Termin schwänzte, konnte das Gericht noch kein Urteil sprechen. Zum neuen Termin soll mit Blaulicht dafür gesorgt werden, dass der Zeuge auch kommt.