„Purer Luxus“: Rolle Toilettenpapier jetzt im Museum

Ausstellung

Während der Corona-Krise sind alltägliche Dinge zum Luxus geworden. Eine Goldschmiedin hatte deswegen Klopapier für ihre Deko genutzt. Der Rolle wird jetzt eine besondere Ehre zuteil.

Köln

06.07.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schmuck auf einer Toilettenpapier-Rolle: Diese Idee setzte eine Kölner Goldschmiedin aufgrund der Klopapier-Knappheit zu Beginn der Corona-Pandemie um und ist jetzt Teil einer Museumsausstellung geworden. (Archivbild)

Schmuck auf einer Toilettenpapier-Rolle: Diese Idee setzte eine Kölner Goldschmiedin aufgrund der Klopapier-Knappheit zu Beginn der Corona-Pandemie um und ist jetzt Teil einer Museumsausstellung geworden. (Archivbild) © picture alliance/dpa

Durch die Corona-Krise ist eine Rolle Toilettenpapier aus dem Schaufenster einer Kölner Goldschmiedin jetzt ein Fall fürs Museum: Zu sehen ist die Papierrolle - mitsamt eines handgefertigten Goldrings - in der Wechselausstellung „Purer Luxus“ des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig.

Wie ein Sprecher am Montag sagte, setzt sich die Schau unter anderem mit der Frage auseinander, was in der Corona-Krise ungeahnt zu Luxus geworden sei: „Dazu zählte bekanntlich zeitweise auch Toilettenpapier.“

Toilettenpapier-Rolle sollte Hamsterkäufe auf die Schippe nehmen

Die Hintergrundgeschichte: Die Kölner Goldschmiedin Jutta Grote hatte im April Toilettenpapier für ihre Schaufenster-Deko genutzt und ihre handgefertigten Schmuckstücke darauf gebettet. Die Aktion sollte die damaligen Toilettenpapier-Hamsterkäufe auf die Schippe nehmen und hatte für viel Aussehen gesorgt.

Dass nun auch noch die Anfrage eines Museums dazu kam, war für Grote nach eigenen Angaben „völlig überraschend“. Sie freue sich aber über die Resonanz: „Es ist schon ein bisschen verrückt.“ Die Papierrolle ist unter dem Titel „Vom WC ins Schaufenster“ noch bis zum Ende der Ausstellung am Sonntag (12.07.) in Leipzig zu sehen.

dpa