Queen Esther Marrow kommt mit den Harlem Gospel Singers ins Konzerthaus Dortmund

DORTMUND Wenn Amerikas Gospel-Diva Queen Esther Marrow mit den Harlem Gospel Singers am 16. und 17. Januar ins Dortmunder Konzerthaus kommt, wird ihre Show "A Brand New Day" (ein ganz neuer Tag) heißen. Das hat mit der Wahl Barack Obamas zu tun, wie Marrow im Gespräch mit Kai-Uwe Brinkmann verrät.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 09.01.2009, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Queen Esther Marrow

Queen Esther Marrow

Queen Esther - als Obama zum US-Präsidenten gewählt war, hat der Bürgerrechtler Jesse Jackson geweint. Wie war Ihre Reaktion?

Marrow: Ich bin an die Decke gesprungen vor Glück. Ich war auf einer Wahlparty, da fielen Leute auf die Knie und beteten. Welch ein Augenblick!

Sie waren Aktivistin der Bürgerrechtsbewegung, sind neben Martin Luther King marschiert. Ist mit der Wahl ein alter Traum wahr geworden?

Marrow: Mehr als das. Davon wagten wir in den 60er Jahren nicht zu träumen. Damals wollten wir wählen, in jedes Restaurant gehen und unsere Kinder auf jede Schule schicken dürfen. Ein schwarzer Präsident? Undenkbar! - Aber ich spüre auch Angst vor einem erneuten Attentat: Wenn ich für Obama stimme, unterschreibe ich nicht sein Todesurteil? Doch davon muss man sich frei machen.

Was erwarten Afro-Amerikaner vom neuen Präsidenten?

Marrow: Punkt eins ist die Bildung. Unsere Kinder kommen von der Schule und sind nicht fit fürs College. Arbeitslosigkeit ist ein großes Thema für uns Schwarze. Und das Gesundheitssystem, das komplett den Bach herunter ist. Keiner sollte sich fragen, kaufe ich Essen oder lieber Medizin?Kann Obama diesen Hoffnungen gerecht werden?

Marrow: Der Mann weiß, wo der Schuh drückt. Er wurde ja nicht mit dem Silberlöffel im Mund geboren wie George Bush, dessen Politik nur die Taschen der Reichen gefüllt hat.Obama sagt: Ich brauche Eure Hilfe, und es wird nicht über Nacht gehen! Er ist eben ein smarter Bursche. Und seine Frau erst. Eine verflucht intelligente Lady. Ich bin so stolz, als wären sie meine Kinder (lacht). Außerdem hat Obama gute Leute um sich geschart.

Darunter Hillary Clinton. Die war doch Ihre Favoritin?

Marrow: Das stimmt. Ich stand im Hillary-Lager. Aber sie hat den Fehler gemacht, sehr wütend und polemisch gegenüber Obama zu werden. Präsidenten dürfen sich nicht von Gefühlen hinreißen lassen. Obama blieb völlig cool. Okay, sagte ich, ab heute bin ich für Obama.

Ihre neue Show heißt "A Brand New Day". Kein Zufall oder?

Marrow: Nein. Die Show ist Ausdruck der neuen Hoffnung. So bringen wir ein Gospel-Medley, das den Bogen spannt vom Kampf der 60er bis zum Aufbruch von heute.

Termine: 16.1., 20 Uhr, 17.1., 16 und 20 Uhr; Karten: Tel. (02 31) 22 69 62 00.

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