Radioaktiver Stoff löst Großeinsatz aus

Uranverstärker am Schadstoffmobil

Strahlenschutzeinsatz in Herne: Sie wollten alles richtig machen und haben die unbekannte Altlast zur Entsorgung zu einem Schadstoffmobil gebracht. Was die beiden Herner nicht wussten: Bei dem Stoff handelte es sich um radioaktiven Uranverstärker. Das löste eine Großeinsatz aus.

HERNE

, 25.07.2015, 13:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Bild wie in einem Katastrophenfilm: Weil zwei Herner einen radioaktiven Stoff zu einem Schadstoffmobil in Herne gebracht haben, hat die Feuerwehr einen ABC-Alarm ausgelöst und rückte zum Strahleneinsatz aus.

Ein Bild wie in einem Katastrophenfilm: Weil zwei Herner einen radioaktiven Stoff zu einem Schadstoffmobil in Herne gebracht haben, hat die Feuerwehr einen ABC-Alarm ausgelöst und rückte zum Strahleneinsatz aus.

Männer in Ganzkörper-Schutzkleidung und mit Atemmasken, ein weiträumig abgesperrtes Gebiet mitten in Herne, mehrere Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht: Der Entsorgungshof in der Südstraße glich am Samstagvormittag dem Szenario eines Katastrophenfilms. Zwei Männer waren mit einer Altlastendose zum Schadstoffmobil gekommen, um sie dort fachgerecht entsorgen zu lassen. Uranverstärker stand auf dem Etikett, und bei den Experten klingelten die Alarmglocken. Und tatsächlich: Bei dem Stoff handelte es sich laut Feuerwehr um radioaktives Material.

Großeinsatz für die Feuerwehren

"Es ist sofort ABC-Alarm ausgerufen worden", sagt Katharina Timm (33), stellvertretende Fachbereichsleiterin der Feuerwehr Herne. Sofort rückten die Feuerwehren Herne, Bochum sowie die analytische Taskforce, die bei solchen Einsätzen angefordert wird, der Feuerwehr Dortmund aus. Wie bei atomaren, biologischen oder chemischen Bedrohungen üblich, wurde ein Dekontaminationsplatz eingerichtet.

Da die Einsatzkräfte zunächst nicht wussten, wie sehr die beiden Herner mit dem gefährlichen Stoff in Kontakt gekommen waren, galten beide zunächst als verletzt. Ihre Kleidung wurde noch vor Ort auf Strahlung gemessen, beide wurden in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie noch am Samstag durchgecheckt wurden, berichtet Timm. Auch das Umfeld des Entsorgungshofs musste von den Feuerwehrkräften auf Belastungen gemessen werden.

Substanz strahlt nicht sehr weit

"Glücklicherweise", so Timm, handele es sich bei dem Uranverstärker um einen sogenannten Alphastrahler. Das heißt: Die Strahlung selbst ist zwar gefährlich, aber nicht sehr weitreichend. "Sie kann durch ein Blatt Papier abgeschirmt werden", so die Feuerwehrfrau.

Die gefährliche Substanz soll nun fachgerecht entsorgt werden. Die Entsorger stünden dazu in Kontakt mit dem zuständigen Forschungszentrum in Jülich.

Der Vorfall am Schadstoffmobil sei kein seltener. Schätzungsweise einmal im Jahr komme es vor, dass Menschen bedenkliche Stoffe dort hinbrächten, die besonderen Schutz durch die Feuerwehren erforderten.

 

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