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Rätselhaftes Kaninchensterben an der Bahntrasse

Tierische Todesserie in Schüren

Die Schürener Gassenbergstraße ist ein gefährliches Pflaster für Kaninchen. Innerhalb kürzester Zeit sind dort drei Kaninchen im Stall gestorben - alle ohne das geringste Zeichen von Verletzungen. Die betroffene Familie hat einen Verdacht: Die Tiere wurden vergiftet. Auch den Täter hat sie schon ausgemacht: die Deutsche Bahn.

SCHÜREN

, 14.06.2016 / Lesedauer: 3 min
Rätselhaftes Kaninchensterben an der Bahntrasse

Eines der drei Kaninchen, die aus unbekannten Gründen pötzlich gestorben sind.

Es ist eine grüne Idylle an der Gasenbergstraße gegenüber vom alten Steinbruch in Schüren. Viele Tiere leben dort. Kurz nach Ostern kamen zwei schwarz-weiße Kaninchen hinzu. Sie hoppelten rund um ihren Stall im Garten der Familie Helbing, mümmelten Löwenzahn. Dann plötzlich: ein Todesfall. Da steckt Gift hinter, vermutet die Familie.

Eines Tages lag eines der vom Züchter geholten Kaninchen tot im Stall. Kann ja mal passieren, dachte Steffi Helbing, obwohl sie keine äußeren Symptome erkennen konnte. Damit ihre Kinder (neun und anderthalb Jahre alt) nichts merkten, holte sie schnell ein neues Kaninchen und tauschte es aus. Doch kurz drauf starb auch das zweite Kaninchen und dann das dritte.

Steffi Helbing betrieb Ursachenforschung im Internet, doch eine eindeutige Erklärung für die plötzlichen Todesfälle fand sie dort nicht. Was sie auch stutzig machte: Familie Helbing, die direkt an einer Bahntrasse wohnt, fand dort auch zwei tote Wildkaninchen.

Ein Verdacht

Steffi Helbing fragte ihren Onkel, dem das Grundstück nebenan gehört. Auch er hatte früher Kaninchen, hatte sie aber schließlich aufgegeben, weil sie immer alle plötzlich verendet waren – selbst nachdem er die Ställe ausgewechselt hatte. Doch er hat einen Verdacht, warum seine und Steffi Helbings Kaninchen gestorben sind.

„Er nimmt an“, berichtet Steffi Helbing, „dass der Kaninchentod mit der Bahntrasse zu tun hat.“ Vermutlich sprühe die Bahn Gift, um die Wildkaninchen davon abzuhalten, die erhöhten Gleise mit ihren Bauten wie einen Schweizer Käse zu durchlöchern. Da sie den Löwenzahn für ihre Kaninchen entlang der Bahntrasse gesammelt habe, könnten die Tiere damit vergiftet worden sein, meint Steffi Helbing. Das macht ihr Sorgen, weil auch die Kinder – neben ihrer Tochter ihre dreijährige Nichte – im Sandkasten im Garten spielen.

"Wir streuen kein Gift entlang von Bahntrassen"

Auf Anfrage erklärt Bahnsprecher Dirk Pohlmann: „Wir streuen kein Gift entlang von Bahntrassen, um Kaninchen zu bekämpfen.“ Einmal im Jahr veranlasse die Bahn einen Rückschnitt des Grüns, und ein Spritz-Zug fahre vorbei, um Unkraut direkt im Gleisbereich zu bekämpfen mit einem Gift, das vom Bundesamt für Lebensmittel und Verbraucherschutz zugelassen sei. Das sei in diesem Jahr an besagter Strecke schon früh geschehen. Außerdem weist Pohlmann darauf hin, dass das unbefugte Betreten von Bahngelände „absolut verboten“ ist.

So oder so – Steffi Helbing jedenfalls wird kein Löwenzahn mehr in der Nähe von Bahntrassen suchen. Das erste tote Kaninchen hatte sie eingefroren, um es im Bekanntenkreis als Futtertier für eine Schlange abzugeben. Davon nimmt sie nun Abstand. Und auch ein neues Kaninchen wird es nach Absprache mit ihrem Sohn nicht mehr geben. Jetzt sollen Meerschweinchen in die Idylle einziehen.

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