RAG saniert Außenfläche der Kokerei Hansa für fünf Millionen Euro

Industriemuseum

Sie war nicht nur Arbeitsplatz für viele Huckarder, sondern auch eine Dreckschleuder: die ehemalige Kokerei Hansa Huckarde. 1992 nstillgelegt, ist sie heute ein beliebtes Industriemuseum. Die Außenflächen der Kokerei blieben allerdings bislang unberührt. Jetzt beginnt die Sanierung durch die RAG Montan Immobilien.

HUCKARDE

von Von Matthias vom Büchel

, 11.05.2012, 07:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Kokerei Hansa ist seit Jahren ein beliebtes Industriemuseum, nun werden endlich auch die Außenflächen saniert.

Die Kokerei Hansa ist seit Jahren ein beliebtes Industriemuseum, nun werden endlich auch die Außenflächen saniert.

Vier bis fünf Millionen Euro kosten die Arbeiten, die in Kürze beginnen und bis 2014 dauern. Drei Maßnahmen sindgeplant. So wird ein Umlagerungsbauwerk errichtet, in dem belastetes Bodenmaterial gesammelt wird. Dabei handelt es sich aber nicht um hochbelastetes Material. Das bleibt nämlich nicht auf dem Gelände, sondern wird abtransportiert und entsorgt. Das Umlagerungsbauwerk wird nach Abschluss der Arbeiten mit einer Folie und einer Schicht sauberer Erde abgedeckt. Auch außerhalb des Bauwerks wird neuer Boden aufgebracht. Es handelt sich um Erde aus dem Mengeder Regenrückhaltebecken. Angefahren wird sie über die Emscherallee und den Mooskamp. Benötigt werden ca. 180.000 Kubikmeter.

Um das belastete Grundwasser zu entfernen, wird eine sieben Meter tiefe Drainage gebaut. Dort wird das Wasser gesammelt und zu einer Reinigungsanlage gepumpt. Die RAG geht davon aus, dass diese Anlage 50 bis 100 Jahre laufen werde, bevor alle Schadstoffe aus dem Boden sind. Dritte Maßnahme ist der Abriss der nicht denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Kokerei. Anschließend übernimmt die Flächen dem Regionalverband Ruhr (RVR), der die gestalten und bepflanzen wird. Eine Aufgabe, die nach Meinung der Grünen die RAG selbst hätte übernehmen müssen. „Sie haben jahrzehntelang die Profite eingestrichen, da wäre es ihre Aufgabe gewesen auch für die gesamte Umgestaltung aufzukommen“, meinte Grünen-sprecherin Ulla Hawighorst. Besorgt waren viele Politiker wegen des Grundwassers. Die RAG versicherte, dass das verunreinigte Wasser das Kokereigelände bislang nicht verlasen hätte. Das hätten zahlreiche Proben ergeben. Für die Kosten der Reinigung wird die RAG aufkommen. Das sei ein Teil der sogenannten Ewigkeitskosten, die unter anderem durch den Evonik-Börsengang gestemmt werden sollen.

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