Ralf Geitz fotografiert Hunde unter Wasser

Splashdogs

Eigentlich ist Ralf Geitz Erzieher. Nebenbei ist er Fotograf mit einem kleinen Fotostudio. Anfang August hatte er die Idee, den bis dahin einzigartigen Unterwasserfotos von Hunden des Amerikaners Seth Casteel nachzueifern. Mit so großem Erfolg, dass er noch nicht weiß, wie er damit umgehen soll.

BOMMERN

von Von Tim Stobbe

, 04.10.2013, 19:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ralf Geitz fotografiert Hunde unter Wasser

Ralf Geitz und seine wasserscheue Hündin Mia

„Ich kannte die Bilder von Seth Casteel“, sagt er. „Ein Bildband von ihm ging auch mal hier im Wohnzimmer durch die Runde.“ Die Bilder faszinierten ihn: Sie zeigen den Augenblick, in dem der Hund unter Wasser nach einem Ball schnappt und wahnwitzige Grimassen zieht. „Ich kann nicht sicher sagen, was es ist, aber es bewegt etwas tief im Menschen, lässt uns lächeln“, sagt er mit einem breiten Lächeln.Das wollte er auch – wenn auch mit einigen Startschwierigkeiten. Die Fotos von Casteel entstanden allesamt in Pools, Geitz hingegen wollte „zurück zur Natur“, wie er sagt. Das Problem: Kein Gewässer der Umgebung ist klar genug, um das Tier unter Wasser abzulichten. Also musste ein Pool her – natürlich sicher und selbst konstruiert. „Auch da musste ich viel ausprobieren und auch Geld investieren“, so Geitz. Kaum stand das Becken, erwartete ihn die nächste Schwierigkeit: Sein eigener Hund Mia ist alles andere als eine Wasserratte. Also musste der Hund der Nachbarin einspringen.

Von den ersten Ergebnissen war er selbst überwältigt. Schnell fotografierte er weitere Hunde. „Doch da kam dann gar nichts bei rum“, sagt er. Stetig habe er dazu lernen müssen – die beste Technik, der Umgang mit den Hunden und ihren Haltern sowie dem an sich größten Problem: Der Hund an sich taucht eigentlich nicht. „Das hat einige Zeit und mehrere tausend Bilder gebraucht, bis ich den Dreh raus hatte“, so der Erzieher. Inzwischen hat er das Fotobecken allerdings abgebaut. Denn auch in einem Wetsuit ist es im Wasser einfach zu kalt. „Ich habe schon überlegt, Tierphysiotherapiepraxen mit beheizten Becken anzufragen, um dort zu fotografieren“, so der 46-Jährige. Erst einmal hat er nun die Ergebnisse seines Projekts ins Internet gestellt – und plötzlich fragen die „mal so angedachten“ Praxen bei ihm an, ob man nicht zusammenarbeiten könne. „Ich habe keinen Fahrplan“, sagt er. „Im Moment ist es einfach nur spannend und aufregend.“ Wie genau es mit den Splashdogs weitergehen wird, weiß Ralf Geitz noch nicht. Weitermachen wird er aber auf jeden Fall – nur wann, wo und wie genau – ist noch unklar.

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