Raphael Müller hat ein Faible für alte Karossen

Oldtimer-Liebhaber

HOMBRUCH Raphael Müller ist ein ganz besonderer Oldtimer-Fan. Aber statt auf Hochglanzkarossen fasziniert ihn eher die kompromisslose Technik alter Militärfahrzeuge.

von Von Jörg Bauerfeld

, 23.03.2010, 06:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Um an den Motorblock zu kommen, braucht es schon einen langen Arm.

Um an den Motorblock zu kommen, braucht es schon einen langen Arm.

„Dieses Modell gibt es in tausenden Varianten und wurde über 100.000 Mal gebaut“, so Müller. „Das Gute daran ist, dass es für diese Wagen sogar noch originale Ersatzteile aus der Zeit gibt.“ Ersatzteile sind auch das Thema, was den Architekten im Moment am meisten beschäftigt. Und das aus guten Grund. Im April geht es mit dem Dogde in die Toskana – zu einem Oldtimertreffen. Zusammen mit seiner Freundin geht es auf die rund 1200 Kilometer lange Tour. Drei Tage haben die Oldtimer-Fans dafür eingeplant.

Ein echter „Höllenritt“, denn der Dogde ist alles andere als ein komfortables Reiseauto. „Autobahnen sind für uns tabu“, so Raphael Müller. Maximal 80 km/h bringt der Veteran auf die Straße, „mit Rückenwind“, so Müller schmunzelnd. Neben dem mehr als unbequemen Sitzkomfort („man hat das Gefühl, auf einer Stahlplatte zu sitzen“) braucht es für die Tour über die Alpen auch ein dickes Portemonnaie. Denn in die Reihe der Energiesparmobile gesellt sich der alte Dodge nun wahrlich nicht. „Wenn ich gemütlich fahre, benötige der Dodge ca. 25 bis 30 Liter auf 100 Kilometer“, so Raphael Müller.

Eine Tour wie in die Toskana tritt der Oldtimer-Fan daher eher selten an. Drei- bis viermal im Jahr ist er, begleitet von seiner Freundin, auf verschiedenen Schauen im benachbarten Ausland unterwegs. „Leider gibt es so etwas in Deutschland kaum“, bedauert Müller.

Als Fan von Militärfahrzeugen würde man immer in die Schublade "Militarist" gesteckt. Und davon ist der 45-Jährige meilenweit entfernt. Es ist die "kompromisslose Technik" der alten Fahrzeuge, die ihn reizt. Nicht der ehemalige Einsatzzweck. „Die Technik war immer ihrer Zeit voraus, denn beim Militär kam es nicht aufs Geld an, sondern die bauten, koste es, was es wolle.“ So auch bei seinem zweiten Liebhaberstück. Ein Landrover Typ 109, Baujahr 1971. Ein Sanitätsfahrzeug der britischen Armee. Aber noch einmal zurück zum Dodge.

Für den packt Raphael Müller gerade die Ersatzteiltasche für die Toskana-Tour. Verteilerkappen, Keilriemen, Zündkerzen „und einen Hammer. Mit dem kann man bei solch einem alten Wagen noch einiges reparieren.“ 

Schlagworte: