Rasanter "Sturm" voller Effekte und Bilder

Schauspielhaus Bochum

BOCHUM Ariel im Sturm. Wind und Meer heulen, Wolken ziehen per Video über den Himmel. Der Luftgeist lenkt und dirigiert - und stellt mit einem Schnipsen das Meeresrauschen ab. Es sind grandiose Bilder, mit denen im Schauspielhaus Bochum David Böschs Inszenierung von Shakespeares "Sturm" beginnt.

von Von Ronny von Wangenheim

, 26.09.2010, 17:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rasanter "Sturm" voller Effekte und Bilder

Gemeinsam gestrandet: Nicola Mastroberardino, Xenia Snagowski als Miranda und Florian Lange.

Beide sehnen sich nach der Freiheit - und werden sie am Ende auch bekommen. Doch ein Happyend gönnt Bösch den beiden nicht. So komödiantisch er das Spiel anlegt, so sehr zeigt er auch die Tragik in allem Tun. Langeweile herrscht auf der einsamen Insel, auf die es Prospero mit seiner Tochter Miranda vor zwölf Jahren verschlagen hat. Alles wiederholt sich. Lustlos lässt Nicola Mastroberardino seinen Ariel kleine Kunststückchen vollführen, genervt arbeitet er Prosperos Aufträge per Zettelblock ab. End- wie sinnlos wiederholen sich kleine Kämpfe mit Caliban. Florian Lange gibt dem tumben, devoten Wesen, halb Fisch, halb Mensch, anrührend sehnsuchtsvolle, menschliche Züge. Mit dem Eintreffen der Feinde Prosperos, dem König von Neapel und seinem Bruder Antonio, der ihn einst vom Thron stürzte, verändert sich alles. Miranda, von Xenia Snagowski mit dem Charme einer Clownin gespielt, fordert trotzig den Königssohn Ferdinand für sich: "Ich will das."

Ihre erste Begegnung ist eine der starken Szenen in der an Bildern und Effekten überbordenden Inszenierung. Zu viele vielleicht. Da hat der Abend auch Längen. Am Ende aber steht zurecht riesiger Beifall für das Ensemble und David Bösch, in den sich der Jubel für Nicola Mastroberardino und Florian Lange mischt.

  • Termine: 2.10., 10.10., 16.10. Karten unter Tel. (0234) 33 33 55 55