„Raser“ auf der B1 fahren noch nicht einmal 80

rnNeue Tempolimits in Unna

An das neue Tempolimit auf der B1 müssen sich einige Autofahrer noch gewöhnen, doch eine aktuelle Blitzaktion der Polizei zeigt: Die neue „50“ rund um die drei innenstadtnahen Kreuzungen wirkt offenbar.

Unna

, 01.08.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Autofahrer aus Lünern erlebte vor einigen Tagen eine böse Überraschung. Er war auf der B1 unterwegs und geriet in eine Geschwindigkeitskontrolle der Polizei. Die Beamten hatten ihr Messgerät an der Bornekampbrücke aufgestellt. Mit nur etwas mehr als 70 Stundenkilometern fühlte sich der erfahrene Autofahrer zunächst auf der sicheren Seite. Seit Jahren fahre er regelmäßig diese Strecke. Den Polizisten erklärte er, er wisse, dass er dort 70 fahren dürfe.

Doch die Polizeibeamten klärten ihn auf. Statt 70 gelten inzwischen maximal 50 Stundenkilometer. Das hatte der Fahrer übersehen. Prompt erhielt er eine Anzeige wegen zu hoher Geschwindigkeit.

Das sei doch eine regelrechte Falle, erklärte der Mann nun im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wenn nach vielen Jahren eine Änderung vorgenommen wird, sollte am Anfang durch zusätzliche Hinweisschilder darauf hingewiesen werden.“ Er regt Schilder an, auf denen sinngemäß steht „Achtung, Geschwindigkeitsänderung“.

Tempo 50 seit über vier Monaten

Das neue Tempolimit auf der B1 gilt seit März dieses Jahres. Hintergrund ist die Verkehrssicherung. Wie mehrfach berichtet sollen drei Kreuzungen im kommenden Jahr umgebaut werden: Hertingerstraße, Iserlohner Straße und Kessebürener Weg. Es mangelt an Sicherheit für Fußgänger, deswegen sollen die Rechtsabbiegespuren in ihrer jetzigen Form abgeschafft werden. Bis zur Umsetzung gilt sicherheitshalber Tempo 50. Die Stadt Unna hatte das Tempolimit im Einvernehmen mit Straßen NRW angeordnet.

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Schon kurz danach war Kritik an der Beschilderung aufgekommen. Auf dem relativ langen Abschnitt zwischen Hertinger- und Iserlohner Straße vergäßen viele Fahrer, dass sie sich an 50 halten müssen, meinte eine Leserin. Die Stadt hatte eine Prüfung versprochen, ob zusätzliche Schilder aufgestellt werden. Nun bestätigt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld, dass die Beschilderung so bleiben soll, wie sie jetzt ist. Die neuen Tempo-50-Schilder stünden genau dort, wo sonst Tempo 70 zu lesen war. „Wir planen keine zusätzliche Beschilderung“, sagt Ueberfeld.

Laut Messung kaum Raserei

Werden Autofahrer ausreichend darauf hingewiesen, wie schnell sie fahren dürfen? Die jüngste Messung der Polizei scheint die Einschätzung der Stadt zu bestätigen. Die Kontrolle, in die der Lünerner geraten war, erfolgte am 26. Juli. An diesem Tag stand das Messgerät von 11.10 bis 14 Uhr an besagter Stelle neben der B1. Wie Polizeisprecher Thomas Röwekamp weiter berichtet, wurden in dem Zeitraum 814 Fahrzeuge gemessen. Davon waren 55 zu schnell. Davon wiederum bekommen 50 Halter lediglich eine Verwarnung, fünf eine Anzeige, weil sie mehr als 71 Stundenkilometer auf dem Tacho hatten. Der Spitzenreiter wurde mit 78 km/h gemessen. Polizeikontrollen an anderen Stellen ergeben deutlich mehr Verstöße und höhere Geschwindigkeiten. An jenem Mittag auf der B1 hat sich nicht ein Fahrer ein Fahrverbot eingehandelt. Die Messung ist zwar eine Momentaufnahme an einem Ferientag und erfolgte nicht zu Hauptverkehrszeiten. Die Daten für sich legen aber nahe, dass das neue Tempolimit funktioniert.