Rat lehnt Beteiligung an Kohlekraftwerk ab

WITTEN „Überrascht und auch enttäuscht“ war die Stadtwerke-Geschäftsführerin Marlies Mathenia von einer Entscheidung des Rates, die die Politiker jetzt in nichtöffentlicher Sitzung getroffen haben. Mit ihr wurde die angestrebte Beteiligung des Wittener Energieversorgers an der Erweiterung des RWE-Kohlekraftwerks in Hamm-Uentrop vom Tisch gewischt.

von Von Susanne Linka

, 02.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Rat lehnt Beteiligung an Kohlekraftwerk ab

"Enttäuscht“ war die Stadtwerke-Geschäftsführerin Marlies Mathenia von der Ratsenscheidung.

„Das wäre langfristig lukrativ gewesen und hätte uns die Chance geboten, günstig Strom einzukaufen – auch wenn wir erst einmal hätten viel Geld in die Hand nehmen müssen“, glaubt die Geschäftsführerin. Es ging um eine Investition von 13 Mio. Euro.

Da die Patt-Situation, die bei der geheimen Abstimmung im Wittener Rat zustande kam, als Beschluss gegen die Maßnahme gewertet wird, müssen die Wittener ewmr-Partner Bochum und Herne (Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet) jetzt alleine einsteigen. Auch die Dortmunder Stadtwerke sind beim Kraftwerksbau mit dabei.

Offenbar hatte aber auch der Aufsichtsrat der Wittener Stadtwerke noch kein grünes Licht für die Kraftwerksbeteiligung gegeben. „Es wäre schön gewesen, wenn wir eine eigene Beteiligung mit als Pfund hätten einbringen können“, bezieht Mathenia Stellung zu einer denkbaren Schwächung der Wittener Verhandlungsposition durch diese Ratsentscheidung bei den noch laufenden Gesprächen über enge Kooperationen oder Fusion der Wittener Stadtwerke mit anderen Versorgungsunternehmen.

Patt im Rat

Als Partner kommen bekanntlich neben ewmr die Dortmunder Stadtwerke und das Unternehmen AVU in Frage. Die Tatsache, dass andererseits auch die Stadtwerke Bochum und Dortmund über ein Zusammengehen nachdenken, hat die CDU in der Debatte über die Kraftwerksbeteiligung zumindest nachdenklich gestimmt. Der ewmr-Verbund wäre dann gesprengt.

„Wir haben hinterfragt, ob denn eine ewmr-Beteiligung am Kraftwerk Sinn macht, wenn dieser Verbund möglicherweise gar nicht mehr lange besteht“, bestätigte Fraktionschef Klaus Noske auf RN-Anfrage.

ewmr-Verbund vor dem Aus?

Marlies Mathenia hofft nun darauf, dass weitere geplante Beteiligungen an Kraftwerken zustande kommen, über die Anfang nächsten Jahres entschieden werden soll. Dabei geht es um Beteiligungen am Kohlekraftwerk in Lünen - ein rein kommunales Projekt - und eine Beteiligung an einem weiteren Kohlekraftwerk in Herne. Dabei ist die Steag mit im Boot.