Reaktionen auf das Groppenbruch-Aus

Gewerbefläche

Jubel bei der Interessengemeinschaft Groppenbruch: Das geplante Industriegebiet ist offenbar vom Tisch. Seit Jahrzehnten hatten Naturschützer und Verbündete gegen das Gebiet gekämpft.

GROPPENBRUCH

von Von Beate Dönnewald

, 11.01.2012, 20:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Aussage der Naturschützer ist unmissverständlich: »Gewerbegebiet nicht mit uns« steht auf dem Anhänger von Landwirt Friedrich Timmermann

Die Aussage der Naturschützer ist unmissverständlich: »Gewerbegebiet nicht mit uns« steht auf dem Anhänger von Landwirt Friedrich Timmermann

Wie Planungsamtsleiter Ludger Wilde am Mittwoch auf Anfrage mitteilte, habe die von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie große ökonomische und ökologische Probleme für eine Entwicklung des Gewerbegebiets zutage gefördert. Ohne Details zu verraten, bestätigte er deshalb Zweifel an einer Realisierung des Projekts. „Das sind ja tolle Nachrichten“, jubelte Axel Kunstmann, der sich seit Jahren mit allen rechtlichen Mitteln gegen die von CDU und SPD befürworteten Pläne stemmt. „Das Kämpfen hat sich offensichtlich gelohnt“, freute er sich und lobte im selben Atemzug das Engagement seiner Mitstreiter – der Groppenbrucher Bürger, der Landwirte, Jäger und Naturschützer. Gemeinsam haben die rund 30 Aktiven über 3000 Unterschriften gesammelt und immer wieder Protestaktionen auf die Beine gestellt.

 Ohne die Details der Studie zu kennen, hat Kunstmann seine eigene Theorie, warum die Pläne u.a. zum Scheitern verurteilt sind: Grund eins ist in seinen Augen der Herren-theyer Bach. Für den Gewerbepark wäre er in einem Rohr unter der Erde verschwunden, so dass die Stadt dann möglicherweise die Fördergelder für die Renaturierung hätte zurückzahlen müssen.Grund zwei könnte das ehemalige Flotationsbecken auf Lüner Gebiet sein. „Dieses Becken wurde einfach zugeschüttet. Es ist fraglich, ob in diesem Bereich die Standfestigkeit für gewerbliche Gebäude gewährleistet ist“, so Kunstmann. Kritisch sieht er zudem den Zustand der Kanalbrücke: „Den zu erwartenden LKW-Verkehr hätte sie so jedenfalls nicht ausgehalten.“  

 Genauso wie Kunstmann freuten sich auch Landwirt Friedrich Timmermann und Jäger Bernhard Bruns: „Wir sind sehr froh, wenn aus den Plänen nichts wird. Das Areal soll Ackerfläche bleiben. Man nimmt uns Landwirten viel zu viel Land weg“, sprach Timmermann Klartext. „Ich freue mich natürlich darüber, dass ich mein Jagdrevier nicht verliere. Darüber hinaus sehe ich aber auch die ökologisch vielfältig strukturierte Landschaft, die man erhalten muss. Hier haben nicht nur jagdbare Tiere, sondern auch andere Arten wie Singvögel oder Eichhörnchen ihr Zuhause. Im letzten Jahr habe ich dort sogar Störche gesehen.“ 

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