Real-Märkte: Neuer Investor will offenbar weniger Märkte schließen

Supermarktkette

Metro hat sich mit Immobilieninvestor X-Bricks über den Verkauf der Supermarktkette Real geeinigt. Einem Bericht zufolge sollen weniger Märkte geschlossen werden, als geplant.

Düsseldorf

11.02.2020, 10:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Real-Märkte: Neuer Investor will offenbar weniger Märkte schließen

Metro hat sich mit Investor X-Bricks über den Verkauf geeinigt. © dpa

Der Handelskonzern Metro hat sich mit einem Konsortium um den Immobilieninvestor X-Bricks grundsätzlich über den Verkauf seiner angeschlagenen Supermarktkette Real geeinigt. Das teilte Metro am frühen Dienstagmorgen in Düsseldorf mit. Einzelne offene Punkte würden jedoch noch verhandelt. Ein Kaufvertrag sei noch nicht unterschrieben.

Die Vereinbarung sieht eine Veräußerung von Real als Ganzes zu einem Unternehmenswert von etwa einer Milliarde Euro vor, wie es in der Mitteilung heißt. Das würde einen Nettomittelzufluss von rund 300 Millionen Euro bedeuten - Außerdem sollen die Servicegesellschaften von Metro für eine Übergangszeit weiterhin Dienstleistungen für Real erbringen. Diese würden allerdings nach und nach reduziert.

Der Supermarktkette mit 277 Real-Märkten und rund 34.000 Beschäftigten droht die Zerschlagung. Denn die künftigen Eigentümer wollen nach den bisher bekanntgewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben.

WAZ: Weniger Filialen geschlossen, als bislang geplant

Der Großteil der Standorte soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland verkauft werden. Einigen Standorten droht auch die Schließung. Die WAZ berichtet jedoch, dass aber offenbar weniger Filialen geschlossen werden sollen, als bislang geplant. Wie die Zeitung schreibt, sollen nur rund 30 statt der bisher geplanten 40 Realmärkte geschlossen werden.

Der Betriebsrat hatte mit „rund 50 Schließungen oder mehr“ im Zuge der Neuordnung gerechnet und sah insgesamt 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Real war zuletzt das Sorgenkind bei dem Düsseldorfer Handelsriesen und hatte im Geschäftsjahr 2018/19 für tiefrote Zahlen bei der Metro gesorgt. Die Metro hatte bereits 2018 angekündigt die Supermarktkette abgeben zu wollen, um sich ganz auf das Großhandelsgeschäft mit Gastronomen und kleinen Händlern konzentrieren zu können.

Doch erwies sich der Verkaufsprozess als deutlich schwieriger als erwartet. Mit großen Hoffnungen begonnene, exklusive Verhandlungen mit dem Immobilieninvestor Redos scheiterten.

Bei der nun erzielten sogenannten kommerziellen Einigung zwischen Metro und dem Bieter-Konsortium um X-Bricks steht die Genehmigung durch die zuständigen Gremien auf beiden Seiten noch aus. Zudem müssten die Kartell- und Aufsichtsbehörden dem Vollzug noch zustimmen.

dpa/kar