Rechnet sich die Kultur bei der Ruhrtriennale

Geschäftsführer warnt

Kunst kostet. Darf sich dann ein Land mit hoher Schuldenlast wie NRW ein Festival wie die Ruhrtriennale leisten? Lukas Crepaz (Foto), Geschäftsführer der Triennale, beziffert die jährlichen Kosten auf 14,5 Millionen Euro. Achtzig Prozent seien subventioniert. rechnet sich das?

GELSENKIRCHEN

05.01.2015, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rechnet sich die Kultur bei der Ruhrtriennale

Die Jahrhunderthalle in Bochum gehört regelmäßig zu den Spielstätten der Ruhrtriennale. Produktionen in so einem großen Raum sind natürlich nicht preiswert.

Crepaz zögert: „Es geht hier um Umwegrentabilitätsanalysen. Sie sind methodisch anfechtbar. Kunst und ihre Wirkung sind nicht ökonomisch messbar.“ Kunst kostet nicht nur, sie bringt auch ein. Crepaz verweist auf die Arbeitsplätze. „Wir haben ungefähr 40 ganzjährige Mitarbeiter, saisonal etwa 400 Beschäftigte und circa 880 Künstler, die zusätzlich kommen“, bilanziert er. Die Steuer- und Sozialleistungen dieser Mitarbeiter beziffern sich auf 1,1 Millionen Euro. „Hinzu kommt Umsatzsteuer für Leistungen von externen Mitarbeitern“, sagt der Geschäftsführer.

„Unsere Karten kosten zwischen 8 und 80 Euro – anders als in Salzburg, wo eine Karte auch mal über 500 Euro kostet. Wir wollen andere Besucher ansprechen, auch aus unserer Region und Kunst für jedermann ermöglichen“, sagt der Kulturmanager . Das europäische Medienecho auf die Ruhrtriennale ist groß. „Wir lassen unsere Medienberichterstattung beobachten, wir haben eine fantastische Medienresonanz“, sagt Crepaz und verweist auf eine ziegelsteindicke Mappe mit Veröffentlichungen über die Ruhrtriennale 2014. „Unsere Agentur berechnet einen Anzeigen-Äquivalenzwert. Was würde es kosten, die Region mit Anzeigen zu promoten, wie es mit diesen Artikeln geschieht? Der Geschäftsführer schätzt die gesamtwirtschaftlichen Effekte auf rund 43 Millionen Euro. Abzüglich der rund 12 Millionen Euro Subvention macht das ein Plus von 31 Millionen Euro im Jahr. Von Ulrich Fischer, dpa

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