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Rechter Kranz sorgt für Schock am Volkstrauertag

Ehrenmal Syburg

In das Gedenken der Syburger über die Kriegstoten und Opfer weltweiter Gewalt haben sich am Sonntag Wut, Irritation und Entsetzen gemischt - Neonazis hatten das Mahnmal heimgesucht.

SYBURG

von Von Heike Thelen

, 14.11.2011 / Lesedauer: 2 min
Rechter Kranz sorgt für Schock am Volkstrauertag

Die Syburger gedenken am Ehrenmal auf der Syburg der Opfer von Krieg und Gewalt. Die Chorgemeinschaft hatte sich wegen des niedergelegten Neonazi-Kranzes zunächst geweigert zu singen.

Ein mit nationalistischer Parole beschrifteter Kranz am Ehrenmal in den Ruinen der Syburg sorgte vor dem Auftritt der Chorgemeinschaft Syburg und der Predigt von Pfarrer Ralf Greth für Aufregung. Nach Informationen unserer Redaktion hatten Neonazis in der Nacht zu Sonntag einen Fackelzug abgehalten und den Kranz niedergelegt. „Ich bin erschrocken, dass eine Gedenkveranstaltung in einem der ruhigsten Stadtteile so perfide missbraucht wird für übelste Propaganda von geistig Verwirrten“, machte Sascha Hillgeris, SPD-Fraktionsvorsitzender der Bezirksvertretung Hörde, seinen Ärger über den Missbrauch der Veranstaltung deutlich.

„Solche nationalistischen Gedanken sind gegen Versöhnung und Respekt gerichtet, die wir mit dem Volkstrauertag eigentlich erreichen wollen“, bekräftigt Pfarrer Greth. Nachdem Sänger der Chorgemeinschaft vor der Gedenkveranstaltung auf den Kranz hingewiesen worden waren, riefen sie die Polizei, um ihn entfernen zu lassen, weil sie mit ihrem Gesang keinen feierlichen Rahmen für das Gedankengut der Rechten geben wollten.

Innerhalb weniger Minuten kamen zwei Polizisten und entfernten den Kranz zunächst. Nach Telefonaten stand fest: „Kranz und Schleife erfüllen nicht den Tatbestand der Verfassungswidrigkeit. Für das Recht auf freie Meinungsäußerung müssen wir den Kranz leider wieder ans Denkmal legen“, erklärte ein Polizist. Damit die Gedenkveranstaltung dennoch stattfinden konnte, warteten die Polizisten Gesang und Predigt sowie die Niederlegung des Trauerkranzes der Syburger Ortsvereine ab, bevor sie den Kranz mit nationalistischer Parole zurücklegten. Wenige Minuten später war die Schleife am Kranz verschwunden, sodass die rechte Propaganda am Kriegerdenkmal nicht mehr erkennbar war. Der Kranz blieb daraufhin erst einmal liegen.