"Regen hält den Sand zusammen"

25.07.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Regen hält den Sand zusammen"

<p>Auch bei Regen wird weiter geformt. RN-Fotos (2) Reichel</p>

Heven Gestern begann das Sandfestival Ruhr, direkt am Kemnader See. Benedikt Reichel sprach mit dem künstlerischen Leiter, Martin Tulinius, über die Kunst der Sand-Skulpturen und ihre Wetterbeständigkeit.

Herr Tulinius, darf der künstlerische Leiter auch selbst Hand anlegen?

Martin Tulinius: An den Einzelwerken für den Wettbewerb bin ich nicht beteiligt, aber die zehn Meter hohe Gemeinschafts-Skulptur liegt in meiner Hand.

Da sagen Sie den Künstlern, was sie zu tun haben?

Tulinius: Es geht eher um die grobe Idee. Wir machen eine Pyramide mit drei Seiten und erzählen die Geschichte der Odyssee. Aber natürlich will sich jeder Künstler selbst verwirklichen und nicht einfach meine Skulptur bauen.

Was ist das besondere an der Arbeit mit Sand?

Tulinius: Es ist beides - leicht und schwierig. Leicht, weil der Sand ein Material ist, dass schnell und großflächig bearbeitet werden kann. Innerhalb kurzer Zeit können daraus riesige Skulpturen entstehen.

Und schwierig...?

Tulinius: Sand ist ein sehr zerbrechliches Material und man muss sehr vorsichtig arbeiten, damit die Skulpturen nicht zusammenbrechen. Eine große Herausforderung für ein Festival das zweieinhalb Monate dauert.

Wie oft ist ihnen schon etwas zusammengebrochen?

Tulinius: In meiner elfjährigen Karriere kam das sehr selten vor, aber ich habe von Festivals gehört, bei denen alles einstürzte, weil der Sand nicht richtig gepresst war oder es zu stark regnete.

Stichwort Regen: Wie viele Schauer vertragen die Sand-skulpturen?

Tulinius: Das größte Problem mit dem Regen ist, dass das Publikum nicht kommt. Und es macht mehr Spaß bei Sonnenschein.

Den Skulpturen macht er nichts aus?

Tulinius: Um ehrlich zu sein, nutzen wir viel Wasser um den Sand zusammenzuhalten. Somit ist etwas Regen sogar gut für die Skulpturen. Und mit Hagel müssen wir in dieser Jahreszeit wohl nicht rechnen.

"Regen hält den Sand zusammen"

<p>Martin Tulinius.</p>