Regierung beschließt neue Einreiseregeln: Keine Quarantänepflicht mehr bei Risikogebieten

Tourismus

Die Bundesregierung verabschiedet eine neue Einreiseverordnung. Nach der Vorlage entfällt für viele nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet die Quarantäne. Es gibt jedoch Ausnahmen.

12.05.2021, 13:11 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Bundesregierung verabschiedet eine neue Einreiseverordnung.

Die Bundesregierung verabschiedet eine neue Einreiseverordnung. © picture alliance/dpa

Reisen wird wieder ein Stück weit leichter – die Bundesregierung hat sich auf neue Einreiseregeln geeinigt. Wer künftig aus einem Risikogebiet nach Deutschland reist, muss im Anschluss nicht mehr in Quarantäne. Die Vorlage wurde vom Bundeskabinett gebilligt und ist bereits auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums abrufbar.

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Demnach entfällt die Quarantänepflicht für verschiedene Personengruppen, wenn sie aus Nicht-Risikogebieten oder Risikogebieten einreisen:

  • Menschen, die vollständig geimpft sind. Als vollständig geimpft gelten Personen, ab dem 15. Tag nach der zweiten Dosis. Zudem werden nur die in der EU zugelassenen Impfstoffe anerkannt, das sind Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson&Johnson.
  • Menschen, die innerhalb der vergangenen sechs Monate an Covid-19 erkrankt waren und als genesen gelten. Als genesen gilt eine Person, wenn der positive Corona-Test mindestens 28 Tage alt ist.
  • Neu: Menschen, die bei der Rückkehr einen negativen Corona-Test vorweisen können. Anerkannt werden PCR-Tests, die maximal 72 Stunden alt sind, und Antigen-Schnelltests, die maximal 48 Stunden alt sind.
  • Neu: Kinder unter sechs Jahre. Für Kinder ab sechs Jahren gilt die Testpflicht.
  • Grenzpendler und Grenzgänger.

Testpflicht für Flugreisende gilt weiterhin

„Entsprechend des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes werden geimpfte und genesene Personen Getesteten gleichgestellt. Dem Testnachweis gleichwertig wird daher auch ein sog. Genesenen- oder Impfnachweis anerkannt (Ausnahme Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet)“, heißt es in der Vorlage.

Die bis einschließlich zum heutigen Mittwoch geltende Testpflicht, die besagt, dass sich alle Flugreisenden unabhängig des Status des Urlaubslandes vor Abreise nach Deutschland testen lassen müssen, gilt weiter. Reisende müssen also im Reiseland einen PCR- oder Antigen-Schnelltest machen. Der PCR-Test darf bei der Einreise maximal 72 Stunden alt sein, bei einem Antigen-Schnelltest maximal 48 Stunden. Wer keinen Testnachweis hat, darf von den Airlines nicht an Bord genommen werden.

Kinder sind auch ungetestet von der Quarantänepflicht ausgenommen

Mit einer weiteren Regelung erleichtert die Bundesregierung den Urlaub besonders für Familien. Denn Kinder mussten bisher weiterhin in Quarantäne, während ihre vollständig geimpften Eltern sich nicht isolieren mussten. Nun werden ältere Kinder durch einen Corona-Test von der Quarantänepflicht befreit. Für Kinder unter sechs Jahren gibt es keine Einreise-Regelungen mehr. „Personen, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, müssen keinen der genannten Nachweise vorlegen“, heißt es in der Verordnung.

Bislang mussten Reisende aus Risikogebieten sowohl einen negativen Test bei Einreise vorweisen als auch in Quarantäne, eine Ausnahme von der Quarantänepflicht gab es nur in Nordrhein-Westfalen. Nun verabschiedet sich Deutschland rechtzeitig vor den Pfingst- und Sommerferien von der Test- und Quarantäne-Strategie. Die Pflicht, sich nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet online anzumelden, bleibt aber. Dabei müssen auch Test-, Impf-, oder Genesenen-Nachweis hochgeladen werden.

Regeln für Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete bleiben bestehen

Weiterhin in Quarantäne müssen allerdings Reisende, die aus einem Hochinzidenzgebiet (Sieben-Tage-Inzidenz über 200) oder einem Virusvariantengebiet kommen. Hier werden die Regeln beibehalten: Sie müssen bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen und danach in Quarantäne. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet kommt, kann sich ab dem fünften Tag der zehntägigen Quarantäne freitesten, bei einer Einreise aus dem Virusvariantengebiet ist das nicht möglich. Bei Reisende aus einem Virusvariantengebiet darf der Antigen-Test auch maximal 24 Stunden alt sein.

Deutscher Reiseverband freut sich über „Signal der Zuversicht“

Der Deutschen Reiseverband (DRV) begrüßte die neue Einreiseverordnung noch am Mittwochvormittag. „Das ist eine ausgesprochen gute Nachricht und ein Signal der Zuversicht. Das eröffnet Urlaubern und auch den Unternehmen der Reisewirtschaft wieder eine positive Perspektive“, sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. „Mit diesem Beschluss kommt die Bundesregierung unserem bereits im vergangenen Jahr ausgearbeiteten Vorschlag Test statt Quarantäne nach. So haben auch diejenigen, die noch keine Möglichkeit hatten geimpft zu werden, die Möglichkeit, ohne Quarantäne zu verreisen“, sagte er.

Kritik findet er jedoch an der Testpflicht für alle Flugreisenden. Es werde nicht unterschieden, ob jemand aus einem Land mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter oder über 50 nach Deutschland reise. Das sei „nicht mehr nachvollziehbar“, so Fiebig, „zumal sie ausschließlich für Flugreisende nicht jedoch für Reisende, die mit dem Auto oder der Bahn unterwegs sind“ gelte.

RND

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