Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Reha-Patientin ärgert sich über Rombergpark

Zutritt zur Toilette verwehrt

Man habe ihr den Toiletten-Zugang verweigert, empört sich eine Patientin der Johanniter-Reha-Klinik am Rombergpark. Die Frau leidet an Multipler Sklerose und will ungenannt bleiben. Die Zoo-Gastronomie wehrt sich jedoch gegen die Kritik.

BRÜNNINGHAUSEN

, 28.03.2017 / Lesedauer: 3 min
Reha-Patientin ärgert sich über Rombergpark

Die Toilettenanlage in der Mitte des Botanischen Gartens ist weit weg, wenn man sich etwa auf der anderen Parkseite befindet.

Bei einer Trainingseinheit der Reha-Klinik lief die Patientengruppe durch den Botanischen Garten. In Höhe des Zoos musste die an MS Erkrankte dringend eine Toilette aufsuchen. Der Zugang sei ihr verwehrt worden, berichtet sie empört gegenüber dieser Zeitung, da sie den Nutzungspreis von 50 Cent für Nicht-Gäste der dortigen Zoo-Gastronomie "Zita + Essed" nicht bezahlen konnte.

Die Patientin hatte beim Training im Park schlicht kein Geld dabei. Und auch keiner ihrer Mitpatienten. Dennoch, so berichtet die Rehabilitandin weiter, habe man ihr in der Gastronomie vorgeschlagen, den Zooeintritt zu zahlen und die dortigen WC-Möglichkeiten zu nutzen.

"Wir verweigern niemals Kranken den Zutritt"

Das stimme nicht, sagt Sabine Rogge auf Anfrage der Redaktion. Sie hat mit ihrem Mann Udo erst vor wenigen Wochen nach langer Umbauzeit durch die Stadt als Eigentümer die Gastronomie am Zoo-Eingang übernommen. Sie sei selbst bei dem Gespräch der Patientin mit einer Mitarbeiterin dabei gewesen, so Sabine Rogge. "Die Nutzungsgebühr für Nicht-Gäste müssen wir nehmen, da wir ansonsten überrannt werden, aber selbstverständlich verweigern wir niemals Kranken, Schwangeren, Kindern und alten Menschen die Toiletten-Benutzung, wenn sie kein Geld dabei haben", sagt sie.

In diesem Fall sei sie aber gar nicht dazu gekommen, das zu erklären, da die Patientin sofort gegangen sei. Die MS-Erkrankte ist auch der Meinung, die Stadt selbst könne für mehr sanitäre Anlagen im Park sorgen, "gerade, da durch die Rehaklinik der Park für Training von vielen Patienten genutzt wird", so die Frau.

"Ausreichend mit Toiletten ausgestattet"

Stadtsprecherin Katrin Pinetzki antwortet darauf: "Der Botanische Garten Rombergpark ist gut und aus unserer Sicht ausreichend mit öffentlichen Toiletten ausgestattet. Derzeit sind keine weiteren Investitionen in Sanitäreinrichtungen im Rombergpark geplant." Die Empfehlung der Stadt an den Übungsleiter der Reha-Klinik sei, das Training immer so zu gestalten, dass eine der drei öffentlichen Toiletten immer in Reichweite liegt.

Für neue Toiletten in dem seit elf Jahren in seiner Gesamtheit denkmalgeschützten Botanischen Garten fehlt allerdings auch die Infrastruktur. Neue Abwasser- sowie Frischwasserleitungen lassen sich im Rombergpark nicht ohne Weiteres in den Boden buddeln. Die Reha-Patienten seien im Übrigen gern gesehene Besucher im Botanischen Garten, betont Leiter Dr. Patrick Knopf. Er ist auch Vizepräsident des Verbandes Botanischer Gärten in Deutschland.

Öffentliche Toiletten, auch barrierefreie, finden sich am Kinderspielplatz in der Mitte des Botanischen Gartens und am Café Orchidee im Süden des Parks. Außerdem im Torhaus, das aber unter Regie der Kulturbetriebe steht, gibt es WCs, geöffnet bei Ausstellungen.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt