Renaturierung der Emscher erreicht den Hauptlauf

1500 Meter lange Versuchsstrecke in Deusen eingerichtet

Ab 2008 wurden die Emscherzflüsse in ihren Betonbetten vom abwasser befreit. Seit 2010 wurden dieser 25 Bäche in Dortmund renaturiert. In dieser Zeit wurden die Wasser-Ingenieure der Emschergenossenschaft zu Renaturierungs-Experten. Wir erklären, warum am Emscherhauptlauf in Deusen trotz dieses Erfahrungsschatzes jetzt doch eine neue Versuchsstrecke eingerichtet wurde.

DEUSEN

, 22.06.2017, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Renaturierung der Emscher erreicht den Hauptlauf

Kein Betonbett, keine geraden Linien, auf 1500 Metern zwischen der Halde Huckarde und Deusen sieht die Emscher wieder wie ein Fluss aus.

Die Emscher hat schon einiges mitgemacht. Der Mensch gab dem Fluss immer wieder ein neues Bett, je nachdem wie es ihm passte, und nahm ihm später jede Natürlichkeit. Jetzt ist der erste Schritt gemacht, dass die Emscher wieder zu einem echten Fluss wird.

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Emscherumbau in Deusen

Der Emscherhauptlauf wurde auf 1500 Metern länge renaturiert. Diese Strecke dienst als Versuchsstrecke für den weiteren Umbau bis zur Mündung des Flusses in den Rhein.
22.06.2017
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Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Die Emscher ist nicht wiederzuerkennen. In dem 1500 Meter langen Abschnitt sieht die Emscher wieder wie ein natürlicher Fluss aus.© Stephan Schütze
Schlagworte Dortmund

Der Genossenschaftsrat mit Vertretern aller Emscher-Städte, das Aufsichtsgremum der Emschergenossenschaft, besichtigte gestern im Rahmen einer Radtour prägnante Stellen des Flusses und seiner fast vollständig renaturierten Zuflüsse. Nur der Rossbach und der Bärenbruch-Graben sind auf Dortmunder Gebiet als Zuflüsse der Emscher noch nicht renaturiert worden.

Neue Erfahrungen sammeln

Ein Haltepunkt war dabei der Emscherabschnitt in Deusen, denn der ist jetzt eine Versuchsstrecke. Auf Höhe des Klärwerks Deusen beginnt der sogenannte Hauptlauf der Emscher. Ab dort helfen den Ingenieuren die bei bei der Arbeit an den Zuflüssen gesammelten Erfahrung nicht mehr. Wie man einen Fluss richtig renaturiert, müssen sie erst noch lernen. 

Torsten Bockholt, Bauleiter dieses rund 1500 Meter langen Abschnitts, verrät die Fragen, die sich die Emschergenossenschaft stellt: „Was ist besser für die Emscher, ein langsames, flaches Bett oder ein schnelles tiefes? Soll das Ufer gerade sein oder E

inbuchtungen haben? Wie nimmt die Natur Seiten-Auen an? Wie geht die Emscher mit der Waschberge um?“ Waschberge ist das Gestein, dass im Zuge der Kohleförderung zu Tage kommt, dort aber aussortierte wird. Beim Bau des künstlichen Emscherbettes wurde Waschberge als Untergrund verwendet.

Bis zum Rhein

All diese Fragen werden zusammen mit der Universität Duisburg-Essen drei Jahre lang erforscht und mit Daten verglichen, die drei Jahre vor dem Umbau erhoben wurden. Die Erkenntnisse bestimmen dann die Renaturierung des Hauptlaufes bis hin zum Rhein.

Die Versuchsstrecke kann sich bereits jetzt, wenige Monate nach Vollendung des Umbaus, sehen lassen. Libellen, Vögel tanzen über die Wasserfläche und Pflanzen aller Art haben alle von Baggern geschlagenen Wunden geschlossen. Fische werden wohl erst kommen, wenn die Renaturierung fertig ist und die Fische aus dem Rhein in die Emscher schwimmen können.

Torsten Bockholt schaute nicht ohne Stolz von der Fußgängerbrücke in Deusen in die Tiefe: „Wir haben hier einen Fluss komplett neugebaut.“