Rentnerin kann Schlafzimmer seit 15 Monaten nicht nutzen

Schimmelbefall

Seit 15 Monaten schläft sie auf der Couch: Rentnerin Hildegard Lang hat Schimmel im Schlafzimmer, bekam aber bisher keine Hilfe von ihrer Wohnungsgesellschaft Deutsche Annigton. Die hat nun angekündigt, aktiv zu werden.

NETTE

von Von Marcus Friedrich

, 06.09.2012, 06:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hilde Lang schläft seit gut zehn Monaten nur noch auf der Couch, weil ihr Schlafzimmer in der ersten Etage voller Schimmel ist.

Hilde Lang schläft seit gut zehn Monaten nur noch auf der Couch, weil ihr Schlafzimmer in der ersten Etage voller Schimmel ist.

Im Mai dieses Jahres keimte kurz Hoffnung auf. Ihr Vermieter, die Deutsche Annington, hatte einen Bauunternehmer sowie einen Dachdecker zu ihrer Wohnung an der Karl-Schurz-Straße 4 geschickt. „Dach und Fassade wurden kontrolliert. Es konnten keine Baumängel festgestellt werden“, fasst Katja Weisker, Pressesprecherin der Deutschen Annington, zusammen. Hildegard Lang ist im Mai aber eine ganz andere Aussage in Erinnerung geblieben: „Damals hat der von der Annington beauftragte Handwerker mir gesagt, dass man mein Schlafzimmer am besten direkt zumauern sollte.“ Nur ein Handwerkerspruch?

Laut Annington wurde im Mai noch einmal die Feuchtigkeit im Schlafzimmer gemessen. „Die Stockflecken sind eindeutig auf Kondensschäden vom falschen Lüften und Heizen zurückzuführen“, so die Pressesprecherin. Die Deutsche Annington hatte dann einen Maler beauftragt, der die Flecken übermalen sollte. Doch Lang hat dem Maler aufgrund der feuchten Wände abgesagt. Seitdem ist nichts mehr passiert.Der Mieterverein Dortmund hat erhebliche Zweifel, dass die Flecken tatsächlich durch falsches Lüften entstanden sind. Holger Gautsch vom Mieterverein Dortmund und Umgebung, der sich mit dem Fall von Hildegard Lang auseinander gesetzt hat, würde es sehr überraschen, wenn es sich um ein Fehlverhalten der Mieterin handelt: „Bei dem Schadensbild müssten in dem Haus schon sehr extreme Verhältnisse vorherrschen.“

Nachdem sich die Ruhr Nachrichten in der vergangenen Woche erneut in den Fall eingeschaltet hatten, versicherte die Annington, sich Anfang dieser Woche mit Hildegard Lang in Verbindung zu setzen. Doch bislang erhielt die Rentnerin keine Nachricht. Dazu Katja Weisker: „Unserer Mitarbeiter haben sie nicht erreicht.“ Gestern Nachmittag meldete sich Weisker dann in der Redaktion und teilte mit, die Annington wolle die Feuchtigkeit nun doch noch einmal messen und die Flecken beseitigen.

Offen bleibt jetzt noch die Frage nach der Ursache für die Schimmelflecken. Der Mieterverein Dortmund rät Hildegard Lang deshalb, selbst aktiv zu werden und einen unabhängigen Gutachter einzuschalten.