Rettungskräfte werden oft von Hilfsbedürftigen attackiert

Studie der Uni Bochum

Sanitäter und Feuerwehrleute sind als „Retter in der Not“ keineswegs überall willkommen - sie werden von Hilfsbedürftigen vielmehr häufig beschimpft oder sogar körperlich angegriffen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Uni Bochum.

Bochum

von dpa

, 18.04.2012, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rettungskräfte werden oft von Hilfsbedürftigen attackiert

Studie: Retter als Opfer verbaler und physischer Gewalt. Foto: Stephan Witte/Archiv

Es ist nach Schmidts Angaben die bundesweit erste repräsentative Studie zu dem Thema. Wegen der breiten Diskussion über Gewalt gegen Rettungskräfte hatte der Gesetzgeber im November vergangenen Jahres bereits den Straftatbestand des „Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte“ auf die Retter ausgedehnt. Ob sich damit die Sicherheitssituation verbessert habe, könne nach der Studie „doch stark bezweifelt werden“, hieß es in der Mitteilung von Universität und Unfallkasse. Sehr oft blieben die Attacken ohnehin straffrei - etwa bei Abwehrbewegungen gegen Spritzen, beim Wegschubsen oder sogar beim Anspucken der Hilfskräfte, so die Studie. Von strafrechtlich relevanter Gewalt - etwa absichtlichen Schlägen oder Attacken mit Gegenständen - hätten aber immerhin auch 27 Prozent der Befragten berichtet.

Dabei ereigneten sich die Taten entgegen den Klischees keineswegs nur bei Volksfesten, nachts oder in sozialen Brennpunkt-Gebieten. Auch in bürgerlichen Vierteln und am helllichten Tag würden Retter angegriffen, so die Studie. Die Wissenschaftler empfehlen Verbesserungen bei der Ausbildung der Retter - etwa Kurse zu Abwehrtechniken mit wenig Körpereinsatz und einer deeskalierenden Körpersprache: „Der Retter sollte möglichst offen und zum Beispiel nicht mit verschränkten Armen auf den Patienten zu gehen.“ Nötig seien auch Nachsorgeangebote für Retter, die psychisch belastende Angriffe erlebt haben.

Stichwesten, wie sie manche Sanitäter tragen, seien eher nicht zu empfehlen, sagte die Initiatorin der Studie. Sie verstärkten den Eindruck der Distanz genauso wie große Taschenlampen, die manche Rettungskräfte wie einen Schlagstock in der Hand hielten.

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