Revier-Lesereise „The Rest is Noise“ in Essen gestartet

Ruhrtriennale

Zum Auftakt der von Johan Simons inszenierten Lesereise "The Rest is Noise" , eine Kooperation der Ruhrtriennale mit sechs Reviertheatern, am Donnerstag herrschte im Essener Grillo-Theater ein bisschen Kaffeehaus-Atmosphäre: Getränke sind im mit kleinen Schirmlämpchen geschmückten Theatersaal erlaubt, vor der Bühne stehen vier Tische mit Stühlen, ein Steg führt mittig durch die ersten Sitzreihen. Dort sitzen auf einem Drehstuhl Stephanie Schönfeld, die als Buchautor Alex Ross durch den Abend führt, und auf drei weiteren Stühlen die gerade lesenden Ensemblemitglieder.

ESSEN

06.11.2015, 11:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Revier-Lesereise „The Rest is Noise“ in Essen gestartet

Alma Mahler (Janina Sachau) zwischen den Komponistentitanen Strauss (Thomas Büchel, l.) und Ehemann Mahler (Jens Winterstein) bei der Lesung in Essen.

"Das 20. Jahrhundert hören" lautet der Untertitel von Ross’ Musikhistorie, und so reicht die erste Etappe von Richard Strauss bis Erik Satie - wie in München, wo der Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons sein Konzept eines musikalisch-literarischen Lesemarathons bereits an den Münchner Kammerspielen erprobt hat.

Zwölf Schauspieler, in Alltagskleidung und mit Manuskripten ausgerüstet, übernehmen die Stimmen der Komponisten und ihrer Zeitgenossen, lesen meist anekdotisch Amüsantes aus Tagebüchern, Erinnerungen und Zeitungsartikeln. Es geht um´s gesellschaftliche Leben, um Politik, aber vor allem um die Musik.

Strauss und Mahler

"Das Goldene Zeitalter" heißt der erste Teil des Abends: Thomas Büchel gibt den wortkargen Bayern Strauss, gerne auch Dialekt sprechend, Janina Sachau kommentiert bissig als Alma Mahler, und Jens Winterstein mimt ihren vergeistigten Gatten Gustav Mahler - eine Freundschaft, trotz künstlerisch unterschiedlicher Sichtweisen.

Strawinskys "Sacre"

"Tanz der Erde" ist der zweite Teil überschrieben, der sich ausführlich mit dem Skandal um Igor Strawinskys "Le Sacre du Printemps" 1913 in Paris beschäftigt, am Ende dann noch auf Béla Bartók, Maurice Ravel und Erik Satie eingeht.

Aber es wurde nicht nur unterhaltsam über Musik geredet. Mitglieder der Bochumer Symphoniker, Pianistin Sachiko Hara und Bariton Wiard Witholt sorgten für einige Klangbeispiele. Nur Strawinskys Meisterwerk "Sacre" kam leider nur in Ausschnitten vom Band.

Termine: 3.12. Schlosstheater Moers, 21.1. Schauspiel Dortmund, 4.2. Theater Oberhausen, 17.3. Theater an der Ruhr in Mülheim, 7.4. Schauspielhaus Bochum; Karten für 15 Euro (ermäßigt 8 Euro) gibt es beim jeweiligen Theater und bei der Ruhrtriennale.

 

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