Rewe schließt Filiale an Aplerbecker Straße

APLERBECK Nach Eichlinghofen und Barop müssen jetzt auch die Aplerbecker auf den Einkauf vor der Haustür verzichten - Rewe schließt den Supermarkt an der Aplerbecker Straße.

von Von Florian Groeger und Peter Bandermann

, 25.07.2008, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Viele heutige Senioren sind einst in die Siedlung gezogen, weil der Rewe so nah ist", beschreibt Mechthild Wübbeke den Verlust. Doppelt trifft den Rewe-Rückzug Karin Kanzler : Die Aplerbeckerin kauft seit elf Jahren dort ein und betreibt nebenan eine Lotto-Annahme mit Zeitschriften- und Tabak-Verkauf. Ihr wird die Laufkundschaft fehlen.Komplette Einzelhandel-Unterversorgung der Siedlungen

"Viele heutige Senioren sind einst in die Siedlung gezogen, weil der Rewe so nah ist", beschreibt Mechthild Wübbeke den Verlust. Doppelt trifft den Rewe-Rückzug Karin Kanzler : Die Aplerbeckerin kauft seit elf Jahren dort ein und betreibt nebenan eine Lotto-Annahme mit Zeitschriften- und Tabak-Verkauf. Ihr wird die Laufkundschaft fehlen.Komplette Einzelhandel-Unterversorgung der Siedlungen

Der nächste Lebensmittel-Supermarkt liegt laut Henning Müller-Späth, der von einer "kompletten Unterversorgung" spricht, 2,5 Kilometer entfernt im Rodenberg-Center. Doch für Mechthild Wübbeke ist das keine Alternative: "Wie sollen Senioren dorthin kommen? Zu Fuß? Oder mit dem Rollator im Bus?" So kundenfreundlich die 7-bis21-Uhr-Öffnungszeiten im Rodenberg-Rewe für Berufstätige sind, so unerreichbar ist der Supermarkt aber auch für Senioren, die im Alltag ohne einen PKW auskommen: "Viele kommen allmählich in das Alter, in dem sie auf ein Auto verzichten", so Mechthild Wübbeke. Rewe wollte das "Aus", das angeblich in 14 Tagen besiegelt sein soll, am Freitag nicht kommentieren. Ein Unternehmenssprecher kündigte für die kommende Woche einen Brief mit Details an.

Gleichwertiger Ersatz in der Nähe ist nicht in Sicht In Aplerbeck hat sich die Nachricht jedoch längst herumgesprochen - ebenso die Spekulationen um einen Supermarkt-Neubau auf dem Baugrundstück an der Schürbankstraße, gleich um die Ecke. Die Namen Lidl, Plus und Edeka machen seit Tagen unter den besorgten Einkäufern die Runde - doch jedes dieser drei Unternehmen winkte auf Anfrage der Ruhr Nachrichten ab. Mechthild Wübbeke kauft seit 40 Jahren an der Aplerbecker Straße ein. Ihr Korb ist meistens voll. "Viele Senioren kaufen aber auch nur 100 Gramm Schinken und zwei Brötchen ein", sagt sie über den Supermarkt. Fehlen werden ihnen nach 40 Jahren nicht nur die kurzen Wege zwischen Supermarkt-Eingang und Haustür - der Rewe ist immer auch für ein Pläuschen gut.