Reynolds und Jackson spielen Bodyguards mit viel Action

Amüsantes Halbstarken-Kino

Sie sind ein Paar wie Hund und Katz, Leibwächter Michael (Ryan Reynolds) und Profi-Killer Darius Kincaid (Samuel L. Jackson). Erst gehen sie sich an die Gurgel, merken aber, dass sie einander brauchen. Gestänkert und gefrotzelt wird trotzdem, vor allem Kincaid hat ein Schandmaul wie weiland Eddie Murphy in „Nur 48 Stunden“.

von Kai-Uwe Brinkmann

, 01.09.2017, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Reynolds und Jackson spielen Bodyguards mit viel Action

Der Wagen ist hin, na und? Michael (Ryan Reynolds, l.) und sein Schützling Darius Kincaid (Samuel L. Jackson). Foto: 20th Century Fox © dpa

Womit wir bei der Action-Komödie wären, die auch in „Killer’s Bodyguard“ mit dem Motiv des Kumpelfilms gekreuzt wird. Reynolds und Jackson spielen zwei Kumpel wider Willen, nur geeint durch ihr gemeinsames Ziel.

Sie wollen von England nach Amsterdam und weiter nach Den Haag, wo dem Ex-Präsidenten Weißrusslands (Gary Oldman) der Prozess gemacht wird. Der Kerl ist ein Schwein, Kincaid soll ihn als Kronzeuge der Anklage hinter Gitter bringen. Wenn er es lebend nach Holland schafft...

Bodyguards in einer Comic-Seifenblase


Russen machen Jagd auf das Duo, Interpol fahndet nach den beiden. Der Trip nach Amsterdam wird zur Durchschlage-Übung, Stunts münden in Schießerei, Verfolgung und noch mehr Stunts. Die Action hat Format, die Leichen-Zählmaschine rattert, 007 lässt grüßen, als Kincaid im Schnellboot durch die Grachten flitzt und die Iwans blaue Bohnen in die Luft pumpen.

Wenn die Randale schweigt, kommt Kincaid mit frechen Sprüchen. Noch im dicksten Schlamassel hat diese coole Sau die Ruhe weg. Die Blaupause des Films (Regie: Patrick Hughes) mag ja ausgenudelt sein, zum Kichern reizt die Jackson-Show allemal. Gut - ein, zwei Mal überspannt das Drehbuch den Bogen, aber Langweile kommt bestimmt nicht auf.

Wer sich an nonchalant lässigen Brutalitäten stört, ist auf dem falschen Dampfer: „Killer’s Bodyguard“ spielt in einer Comic-Seifenblase, die zufällig wie unsere Welt aussieht. Das merkt man auch an Salma Hayeks Auftritt als tätowierter Knast-Furie und am Ironie-triefenden Soundtrack. Amüsantes Halbstarken-Kino.

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