Frau erdrosselt und Leiche im Kanal entsorgt: Ehemann und Familienvater verurteilt

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Im Rhein-Herne-Kanal bei Oberhausen wird ein grausiger Fund gemacht. Im Wasser schwimmt die Leiche einer Frau – verpackt wie ein Paket. Der Täter ist der Ehemann. Jetzt ist er verurteilt worden.

Duisburg

, 23.03.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es muss ein furchtbarer Anblick gewesen sein. Im April 2018 hat eine Kanufahrerin im Rhein-Herne-Kanal bei Oberhausen die Leiche einer Frau gefunden – verpackt und verschnürt wie ein Paket. Sie lag schon elf Tage lang im Wasser. Am Montag ist der Täter verurteilt worden. Es war der Ehemann.

Die Richter am Duisburger Schwurgericht haben acht Jahre Haft verhängt – wegen Totschlags. An der Täterschaft des 39-jährigen Oberhauseners gibt es keinen Zweifel. Er hatte im Prozess auf Anraten seiner Verteidiger Siegmund Benecken und Malte Englert sofort ein Geständnis abgelegt.

Er hatte eine Zweitfrau, sie einen erotischen Flirt

Dass die Verhandlung erst jetzt stattfinden konnte, hat einen einfachen Grund. Der dreifache Familienvater hatte sich nach der Tötung seiner Frau in seine kosovarische Heimat abgesetzt. Dort war er schließlich aber doch noch aufgespürt, festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden.

Hintergrund der Tat war ein Ehe-Drama. Der Angeklagte hatte Anspruch auf eine Zweitfrau erhoben und seine Ehefrau offenbar immer häufiger niedergemacht und misshandelt. Als bekannt wurde, dass auch die 32-jährige Frau einen Flirt mit einem anderen Mann begonnen hatte und auch noch Nacktbilder von ihr auftauchten, eskalierte die Situation.

Am Tattag noch einen neuen Mietvertrag unterschrieben

Am Tattag, dem 11. April 2018, hatte man zwar noch einen neuen Mietvertrag unterschrieben, doch an eine gemeinsame Zukunft war wohl nicht mehr zu denken. Die Mutter von drei Kindern – der Jüngste war gerade 8 – soll ihrem Mann endgültig offenbart haben, dass sie ihn nicht liebe und auch nicht mit ihm umziehen werde. Daraufhin müssen sich grausame Szenen abgespielt haben.

Der 39-Jährige hat seine Frau mit dem Kopf vor die Wand geschlagen, er hat sie getreten, dann einen Schal um ihren Hals gelegt und zugezogen. Die Leiche entsorgte er später im Kanal.

Massive Kopfverletzungen – wie nach Autounfällen

„Der Angeklagte war verletzt und wütend und hat den Entschluss gefasst, seine Frau zu töten“, hieß es im Urteil. Der Gewaltausbruch habe sich über mehrere Minuten hingezogen. Die Kopfverletzungen waren so massiv, dass die Ärzte sie mit Verletzungen nach schweren Verkehrsunfällen verglichen.

Besonders traurig: Die beiden minderjährigen Söhne des Paares leben nun in einem Heim. Der jüngere ist noch immer in psychologischer Behandlung. „Er war ein Mutterkind“, hieß es im Prozess.

Der Angeklagte hat das Urteil nach Rücksprache mit seinen Verteidigern noch im Gerichtssaal akzeptiert und hofft nun auf seine schnelle Ausweisung in den Kosovo.

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