Ricardo Saro baut die Düsternis Schicht auf Schicht

Ausstellung in Bottrop

Seine Bilder sind oft düster, melancholisch, traurig: Das Museum Quadrat in Bottrop zeigt ab Sonntag 28 Werke des spanischen Malers Ricardo Saro - und will so Anschlüsse schaffen an den gebürtigen Bottroper Künstler Josef Albers. Auch der experimentierte mit der Wirkung von Farben.

BOTTROP

, 27.02.2015, 18:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ricardo Saro baut die Düsternis Schicht auf Schicht

Ricardo Saro: »Ab einem bestimmten Moment fangen die Farben an, sich selbst zu bestimmen.«

Das Atelier, in dem die Bilder von Ricardo Saro entstehen, ist klein. So klein, dass der spanische Maler nur ein paar Schritte zurückgehen kann, um auf seine mächtigen Bilder – Farbflächen mit gesättigten Tönen und Hell-Dunkel-Kontrasten – zu blicken. Saro ist es nicht möglich, die Bilder als Ganzes auf sich wirken lassen kann.

„Ich sehe sie heute zum ersten Mal mit diesem Abstand“, sagt Saro gestern bei der Präsentation der Ausstellung „Calle de Madrid“ im Museum Quadrat in Bottrop. 28 Bilder des spanischen Malers, der seit fast 50 Jahren in Deutschland lebt, sind dort ab Sonntag zu sehen.

Große Wucht

Aus der Entfernung entfachen die Bilder eine große Wucht. Saro hat diesen Blick bei der Entstehung nicht, nicht nur wegen der Größe seines Ateliers, sondern, weil er sich bewusst dagegen entscheidet. Er sehe stattdessen einzelne Farbräume und setze dann die Farben entsprechend ein. „Ab einem bestimmten Moment fangen die Farben an, sich selbst zu bestimmen“, sagt Saro.

Der Künstler lotet mit großer Konsequenz die Möglichkeiten der Farbe aus. Saro baut seine Bilder Schicht auf Schicht. Er gibt nicht die Wirklichkeit wieder, in den abstrakten Bildern geht es um das Wirken der Farbe. „Es ist eine Mischung zwischen Bewegung und Ruhe, die ich versuche, in meine Bilder hereinzubringen.“ Die können auf den Betrachter durchaus düster, melancholisch, manchmal sogar traurig wirken. Von seiner Stimmung hänge die Farbwahl allerdings nicht ab, betont Ricardo Saro.

Anschluss an Josef Albers

In der Ausstellung sind vor allem Bilder zu sehen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Auch dieses Mal versuche das Quadrat, Anschlüsse an den Namensgeber des Museums zu finden, sagt Museumsleiter Heinz Liesbrock. Der in Bottrop geborene Josef Albers experimentierte ebenfalls mit der Wirkung von Farben. „Es geht um Farbe als primäres Mittel der Malerei. Ricardo Saro arbeitet an eigenen Bedingungen“, sagt Heinz Liesbrock. 

Museum Quadrat Bottrop: „Calle de Madrid“, 1.3 (Eröffnung 11.30 Uhr) bis 24.5., Im Stadtgarten 20, Di-Sa 11-17 Uhr, So 10-17 Uhr, Katalogbuch 32 Euro.

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